Einbruchsprognosen für Mönchengladbach

Dank LKA-Software : Computer liefert Einbruchsprognosen

Das LKA teilt der Polizei wöchentlich Daten über Stadtgebiete mit, die möglicherweise mehr gefährdet sind.

Wo schlagen Einbrecher als nächstes zu? Wenn die Polizei das immer so genau wüsste, würde die Zahl der Straftaten abrupt sinken. Das Landeskriminalamt bietet jetzt auch für Mönchengladbach ein computergestütztes Werkzeug an, das bei der Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen helfen soll. Es sagt zwar keine Straftaten gezielt voraus, liefert aber Prognosen für mögliche Einbruchsschwerpunkte. Die Software basiert auf einem komplizierten Berechnungslogarithmus und verarbeitet Sozio- und Infrastrukturdaten. Dabei geht es auch um Risikofaktoren: Wo gibt es viel zu holen? Wo sind viele Fluchtwege? Wo ist das Risiko klein, entdeckt zu werden? Das „System zur Kriminalitätsanalyse und Lageantizipation“, kurz SKALA, soll Unterstützung bei der Kriminalitätsanalyse geben.

„Nach der reinen Berechnung gibt es ausgesuchte Wohnquartiere, wo es eher wahrscheinlich ist, dass dort eingebrochen wird“, sagt Georg Lehnen, Polizeidirektor und in Mönchengladbach SKALA-Projekt-Leiter. In der Realität ließen sich die Pläne der Einbrecher aber nicht immer vorhersagen, weil sie häufig auch spontan günstige Gelegenheiten nutzten.

Wöchentlich bekommt Mönchengladbach die TOP-3-Gebiete übermittelt, also die Flächen im Stadtgebiet, in denen die Einbruchswahrscheinlichkeit  erhöht ist. „Diese Prognosen ergänzen dann unsere eigene Lagebeurteilung“, sagt Lehnen. „Hier müssen wir dann polizeilich agieren.“ Das heißt: Die Polizei zeigt dort mehr Präsenz, schickt Zivilkräfte, verstärkt ihre Präventionsarbeit oder ihre Fahrzeugkontrollen.

Konkrete Tatorte könne SKALA nicht zwar vorhersagen, „aber wir können bei unserer Präsenz vor Ort wichtige Informationen sammeln“, sagt der Polizeidirektor. Das sei auch in der Vergangenheit schon so geschehen. „Da berichteten uns Anwohner nach einer Einbruchserie von einem weißen Kastenwagen mit niederländischem Kennzeichen. Später erfuhren wir, dass der Wagen auch in anderen Wohngebieten unterwegs war und einer hatte sogar ein Kennzeichen notiert“, berichtet Georg Lehnen. SKALA wurde in der Vergangenheit bereits in mehreren Polizeibehörden des Landes getestet.

In Mönchengladbach sind die Fallzahlen für den Wohnungseinbruch im vergangenen Jahr gesunken. So verzeichnete die Polizei im Jahr 2018 von Januar bis November 532 Wohnungseinbrüche, das sind 92 weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres 2017. Dazu Polizeipräsident Mathis Wiesselmann: „Die Entwicklung geht mit 14,74 Prozent weniger Wohnungseinbrüchen in die richtige Richtung. Aber weiterhin ist Wachsamkeit gefragt. Bei verdächtigen Feststellungen sollten Bürgerinnen und Bürger sofort die 110 anrufen, denn Hinweise aus der Bevölkerung sind wichtig für die Arbeit der Polizei.“

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