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Norbert Bude im Interview: Bitter — aber ich falle jetzt nicht in ein tiefes Loch

Norbert Bude im Interview : Bitter — aber ich falle jetzt nicht in ein tiefes Loch

Herr Bude, Sie hatten am 25. Mai noch einen Vorsprung und haben jetzt verloren. Was hat nach Ihrer Meinung den Ausschlag für die Wahlniederlage geben?

Herr Bude, Sie hatten am 25. Mai noch einen Vorsprung und haben jetzt verloren. Was hat nach Ihrer Meinung den Ausschlag für die Wahlniederlage geben?

Bude 1. Schlechte Wahlbeteiligung. 2. Dass es uns nicht gelang, unsere Wähler zu mobilisieren. 3. Die CDU hatte für diese Wahl die besseren finanziellen Voraussetzungen. Bei ihr war eine Menge Geld im Topf.

Es entstand zuletzt der Eindruck, dass Ihre Partei, die SPD, nicht bedingungslos für Sie gekämpft hat. Teilen Sie die Ansicht?

Bude Das kann ich so nicht bestätigen. Meine Parteifreunde haben viel gemacht.

Bei der SPD spielen emotionale Faktoren eine große Rolle. Besonders in der Beziehung zu Spitzenleuten. Liebt Ihre Partei Sie nicht mehr?

Bude Ich habe es in den zehn Jahren als OB nicht jedem in der Partei recht machen können. Aber es gab bei der Kandidaten-Aufstellung weder einen Gegenkandidaten noch Diskussionen um meine Person.

Was hat der OB Norbert Bude in der vergangenen Wahlperiode falsch gemacht, dass die Gladbacher ihn nicht mehr mit Mehrheit gewählt haben?

Bude Das ist schwer, das jetzt schon zu sagen. Ich habe eine Menge gemacht. Vielleicht hätte ich in meiner Amtszeit auch mehr auf den Schwerpunkt Sauberkeit und Sicherheit setzen sollen. Aber so falsch haben wir nicht gearbeitet: Eine jüngste Statistik hat uns ja bescheinigt, eine der sichersten Städte in Deutschland zu sein.

Das Ampel-Bündnis hinterließ ein sehr zwiespältiges Echo. Viele Gladbacher sind dieser Kooperation mit Misstrauen begegnet und haben das Bündnis heftig kritisiert. Strahlte das alles auf Sie und das OB-Amt aus?

Bude Ich habe als OB den Vertrag mit unterschrieben und habe mich auch als Teil der Ampel gefühlt. Die Kritik an der Ampel hat als Reaktion eher dazu geführt, dass diese Kritiker nicht zur Wahl gegangen sind.

Beim Nominierungsparteitag der SPD, als die Ratsmitglieder gewählt wurden, waren Sie im Konflikt um einen Rheydter Wahlbezirk Teil des Problems, weil Sie sich auf die Seite der Rheydter geschlagen und nicht vermittelt haben. War das ein Fehler?

Bude Ich bleibe bei meiner Einschätzung: Die SPD gewinnt und verliert die Wahlen in Rheydt. Deshalb war und ist es richtig, Rheydt in den Fokus zu nehmen.

Sie haben in der Verwaltung viele Jahre mit einer überwiegend aus CDU-Leuten besetzten Spitze arbeiten müssen. War das belastend, wenn Interna gleich beim politischen Gegner landeten?

Bude Wir haben im Verwaltungsvorstand sehr loyal zusammengearbeitet, auch wenn Mitglieder zu anderen Parteien gehören.

Wenn Sie zurückblicken, bei welchen Projekten würden Sie sagen: Da habe ich maßgeblich mit daran gearbeitet, sie tragen den Bude-Stempel?

Bude Auf jeden Fall das Innenstadtkonzept Rheydt und der Bau des Einkaufszentrums in Gladbach. Ich habe die Ansiedlungspolitik im Regiopark sehr intensiv begleitet. Und ich habe jetzt mit meinem Kollegen in Viersen das Gewerbegebiet auf den Weg gebracht.

Was werden Sie jetzt machen? Gibt es einen Plan B?

Bude Es gibt keinen Plan B. Ich habe noch einige Tage zu arbeiten, werde dann Ruhe einkehren lassen und mich neu sortieren. Die Niederlage ist bitter, aber in ein tiefes Loch falle ich nicht. Zur lokalen Politik halte ich jetzt erst einmal Distanz.

Sind Sie finanziell abgesichert?

Bude Ja, ich bin seit 34 Jahren Beamter im öffentlichen Dienst.

DIETER WEBER FÜHRTE DAS INTERVIEW

Hier geht es zur Infostrecke: Mönchengladbach: Das sagt Wahlverlierer Norbert Bude (SPD)

(RP)