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Mönchengladbach: Bikinischnitt für Hundedamen

Mönchengladbach : Bikinischnitt für Hundedamen

Tupfer, Schere, Skalpell. . . wenn Hunde unters Messer müssen, leiden Herrchen und Frauchen mit. Denn genau wie beim Menschen, müssen sich Tiere nach einer Operation erst einmal erholen. Deshalb sollen chirurgische Eingriffe auch bei Vierbeinern so schonend wie möglich sein.

Dr. Günther Schierz hat bereits vor 20 Jahren an Fortbildungskursen zu minimal-invasiven Eingriffen in Tierarztpraxen teilgenommen. "Damals haben wir an Dummys geübt", sagt er. Heute gehört die Endoskopie in seiner tierärztlichen Gemeinschaftspraxis schon zur Routine: Untersuchungen von Leber, Niere und Blase und die Entnahme von Proben zu diagnostischen Zwecken. Und sehr häufig werden auch Fremdkörper mit dieser Methode aus dem Magen-Darm-Trakt entfernt. "Was wir da schon alles gefunden haben: Vom Überraschungsei über Münzen bis hin zur Heftzwecke ist alles dabei", sagt der Tierarzt.

Relativ neu: die Kastration von Hündinnen mit der Schlüsselloch-Methode. Zwei Löcher, manchmal auch ein Loch (ein Zentimeter groß), in der Bauchdecke reichen aus, um die Eierstöcke zu entfernen. "Eine Kastration von Hündinnen kann notwendig werden, wenn die Tiere oft ausgeprägt läufig oder scheinträchtig sind", sagt Schierz. Früher war für einen solchen Eingriff ein beinahe handbreit großer Schnitt notwendig. Der ging durch Haut, Unterhaut und Muskulatur, und musste anschließend in drei Schichten wieder vernäht werden. In solchen Fällen dauert die Heilung relativ lang. Die ersten Tage nach der OP sollte sich die tierische Patientin nicht viel bewegen: Strikte Körbchenruhe wäre angesagt. Aber wie soll man das dem Hund erklären? Schließlich muss er raus zum Gassigehen.

Schnelle Erholung

"Bei der endoskopischen Kastration werden nur noch ein bis zwei kleine Hautschnitte gesetzt, über die ein Endoskop und spezielle OP-Instrumente eingeführt werden", erklärt der Tierarzt. Eine Kamera überträgt Bilder aus der Bauchhöhle zehnfach vergrößert, so dass das Operationsteam einen optimalen Einblick habe, sagt Schierz. Wenn die Eierstöcke entfernt sind, werden die Wunden mit einem speziellen Gewebekleber verklebt, berichtet der Tierarzt. Der Hund könne sich nach ein bis zwei Tagen wieder frei bewegen, müsse keine Halskrause tragen, und Fäden müssten auch nicht gezogen werden. Ein solcher Eingriff kostet allerdings: Mit 500 Euro müsse man rechnen, sagt Dr. Schierz. Denn das Equipment für die OP sei relativ teuer, und der Eingriff personalintensiv. In der tierärztlichen Praxisgemeinschaft in den Boetzelen Höfen werden alle Tierkrankheiten behandelt – auch solche, die beim Menschen klassische Fußballerverletzungen sind. Tierarzt Jörn Bongartz ist spezialisiert auf orthopädische Chirurgie und behandelt Kreuzbandrisse, Knochenbrüche und Co.

(RP)