1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Interview: "Bibliotheken von morgen werden anders aussehen"

Interview : "Bibliotheken von morgen werden anders aussehen"

In Mönchengladbach wird über Sinn und Unsinn eines Bücherei-Neubaus gestritten. Haben traditionelle Bibliotheken eine Zukunft?

In Mönchengladbach wird über Sinn und Unsinn eines Bücherei-Neubaus gestritten. Haben traditionelle Bibliotheken eine Zukunft?

Wales Für den Moment würde ich sagen: ja. Aber sie müssen modern sein, Computer-Terminals und neue Technologien vorhalten. Auch Bibliothekare sind – und bleiben – hilfreich, wenn es darum geht, Komplexes zu recherchieren. Aber wie das in 50 Jahren sein wird? Ich weiß nicht. Ich denke, einige Funktionen von Bibliotheken werden dieselben sein wie heute, aber der Modus, die Form des Daseins, wird ganz anders sein.

Können Bibliotheken und Online-Enzyklopädien einander befruchten?

Wales Absolut. Wie viele andere Institutionen auch müssen sich Bibliotheken mit der fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft auseinandersetzen, und das kann auf beiden Seiten Positives bewirken.

Medienkrise hier, Blogs und Soziale Netzwerke dort. Wie rezipieren Sie Medien – und wird es auch künftig eine Nachfrage nach professionell aufbereiteten Nachrichten geben?

Wales Wikipedia nutze ich zum Zeitvertreib, für Hintergrundwissen und als Ausgangspunkt für Recherchen. Für aktuelle News konsumiere ich die Nachrichten. Ich abonniere keine Magazine in Papierform, zahle aber auf meinem iPad für drei verschiedene, allesamt niederschwellige Angebote. Niemand will etwa für die Nachricht bezahlen, dass Hugo Chavez gestorben ist, weil man die überall umsonst bekommt. Aber für wertvolle, einzigartige Inhalte? Natürlich werden die Leute dafür zahlen. Und natürlich wird es immer Leute geben, die diese Inhalte kompetent produzieren.

Sie sind bis zu 250 Tage im Jahr auf Reisen, geben Hunderte Vorträge. Warum nahmen Sie die Einladung nach Mönchengladbach an?

Wales Sie reizte mich wegen des hohen Prestiges dieser Veranstaltungsreihe. Also wegen der namhaften Gäste, die vor mir schon da waren.

JAN SCHNETTLER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(RP)