Mönchengladbach: Bewährungsstrafe für Einbrecher

Mönchengladbach : Bewährungsstrafe für Einbrecher

In Handschellen führten die Wachtmeister gestern den Angeklagten in den Gerichtssaal. Als die Prozessbeteiligten vor dem Amtsgericht noch auf den Dolmetscher warteten, wurde der 21-Jährige auf Bitten des Verteidigers schließlich von den Handschellen befreit.

Bereitwillig ließ der 21-Jährige von dem inzwischen eingetroffenen Dolmetscher übersetzen, dass er normalerweise im albanischen Tirana zu Hause sei, zurzeit aber in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Willich untergebracht ist. Das war aber dann gleich alles, was der Angeklagte zur Person berichten wollte.

Was den jungen Mann vom Balkan auf die Anklagebank gebracht hat, machte anschließend der Staatsanwalt mit der Verlesung der Anklage klar. Am Abend des 8. März soll der 21-Jährige zusammen mit einem unbekannten Mittäter in ein Einfamilienhaus in Mönchengladbach eingedrungen sein und nach dem Durchsuchen der Räume Schmuck gestohlen haben.

Laut Anklage konnten die Eindringlinge die Terrassentür mit einer Aufbrechstange aufhebeln und so in das Haus gelangen. Der Albaner ließ durch den Dolmetscher bestätigen: "Ja, ich habe mitgemacht". Von dem Mittäter kenne er allerdings nur den Vornamen. Und das Fahrzeug, das damals von der Polizei sichergestellt wurde, gehöre nicht ihm, sondern dem unbekannten Komplizen, so der Angeklagte. Ein dritter Mittäter, den Nachbarn damals beobachtet haben wollen, sei ihm unbekannt, so die Aussage des Angeklagten bei der Polizei.

Wegen Wohnungseinbruchs forderte der Staatsanwalt für den jungen Mann, der offenbar nur nach Deutschland kam, um die Gelegenheit zum Stehlen zu nutzen, eine Freiheitsstrafe von acht Monaten. Die Strafe könne zur Bewährung ausgesetzt werden, weil der Angeklagte in der Bundesrepublik zuvor noch nie aufgefallen sei.

Diesem Antrag des Anklagevertreters schloss sich das Gericht am Ende an und verurteilte den 21-Jährigen wegen besonders schweren Diebstahls zu acht Monaten Haft, die er aber nicht verbüßen muss. Die Strafe wurde für die nächsten drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Der junge Mann reagierte sichtlich erleichtert.

(RP)
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