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Mönchengladbach: Betrunkener (30) trifft Sanitäter mit Wodkaflasche

Mönchengladbach : Betrunkener (30) trifft Sanitäter mit Wodkaflasche

Nach einem Überfall vor einer Altstadt-Disco in Mönchengladbach, bei dem ein Sanitäter mit einer Flasche beworfen und verletzt wurde, ermittelt die Polizei den Täter dank der Videoüberwachung.

Er kam, um zu helfen, und musste am Ende selbst ins Krankenhaus: Wieder ist eine Rettungskraft Opfer einer Straftat geworden. Der Mann war mit seinem Kollegen in der Nacht zu Sonntag in eine Discothek an der Waldhausener Straße gerufen worden, um einen Besucher medizinisch zu versorgen. Als er gerade seinen Einsatzwagen verlassen hatte, traf den Sanitäter der Feuerwehr eine leere Wodkaflasche erst am Rücken und dann am Kopf. Geworfen worden war sie aus der Menschenmenge auf der Straße heraus — ohne jede Vorgeschichte. Der Getroffene ging zu Boden und musste von seinem Kollegen ins Krankenhaus Maria Hilf gefahren werden. Dort wurden verschiedene Prellungen diagnostiziert. Nach Angaben der Feuerwehr wird der Mann wegen seiner Verletzungen vorerst dienstuntauglich sein.

Keiner der Umstehenden konnte oder wollte sagen, wer die Flasche geworfen hat. Trotzdem ermittelte die Polizei den Täter noch in der Nacht. Denn die Disco liegt in dem Bereich, den die Videokameras der Altstadtwache im Blick haben. Der 30-jährige Täter konnte auf den Bildern eindeutig identifiziert werden. Die Polizei hatte leichtes Spiel, ihn aufzugreifen. Er randalierte nämlich in der selben Nacht noch ein zweites Mal — und wurde danach in Gewahrsam genommen. Gegen den Mann wurde Strafanzeige gestellt.

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Polizei und Feuerwehr berichten seit längerem, dass die Zahl der Angriffe steigt. Beschimpft, bedroht und bespuckt zu werden, gehört für viele zu den alltäglichen Erfahrungen. Und auch tätliche Übergriffe nehmen zu. So wurde in Rheydt einem Feuerwehrmann das Nasenbein gebrochen, der im Dienst einer Frau helfen wollte, die von einem Mann angegriffen wurde. Die Feuerwehr erfasst seit 2012 die Zahl der Übergriffe und schult die eigenen Mitarbeiter in Deeskalation. Innenminister Ralf Jäger hatte am Freitag als Reaktion auf die steigende Zahl an Angriffen eine "Woche des Respekts" angekündigt.

Gegen die Videoüberwachung in der Altstadt argumentieren Datenschützer seit Jahren; auch die Gladbacher Grünen sind gegen die Anlage. Bei der Massenschlägerei zwischen Hells Angels und Bandidos im Januar 2012 hatte die Polizei auf den Videobildern vorab erkennen können, dass sich Mitglieder der Banden zusammenrotten.

(RP/top)