Mönchengladbach: Betrug am Geldautomaten

Mönchengladbach : Betrug am Geldautomaten

Ahnungslos hoben sie vor Weihnachten Geld ab und mussten später feststellen, dass Betrüger ihre Konten räumten. Schon wieder wurden Automaten manipuliert. Tatort diesmal: die stark frequentierte Postbank am Bismarckplatz.

Eine böse Bescherung: Mindestens sechs Postbankkunden entdeckten kurz vor den Festtagen, dass ihre Konten geräumt wurden. Einem Opfer blieben gerade einmal 53 Cent. Alles andere wurde gestohlen. Der Betrug fiel auf, als ein Mann auf seinem Kontoauszug eine Abhebung in den Niederlanden entdeckte. Das konnte nicht sein, weil er seit Monaten nicht mehr im Nachbarland war.

Bisher mehrere 1000 Euro Schaden

Die Polizei geht davon aus, dass es noch viel mehr Opfer gibt. Denn die Post am Bismarckplatz in der Innenstadt ist stark frequentiert. In den vergangenen drei Tagen, genau lässt sich der Tatzeitraum noch nicht eingrenzen, ist ein Geldautomat dieser Postbankfiliale manipuliert worden. Alle Kunden, die dort ihr Geld am Außenautomaten zogen, wurden unfreiwillig ausgespäht. Betrüger hatten den Automaten so manipuliert, dass — von den Opfern unbemerkt — die Daten der Debitkarten ausgelesen wurden. "Mit Daten fertigten die Täter Dubletten an und hoben Geld von den Konten der Geschädigten ab, vorzugsweise grenznah in den Niederlanden", sagt Polizeisprecher Jürgen Lützen. Der bisherige Schaden soll mehrere Tausend Euro betragen.

Die Vorgehensweise der Betrüger ist nahezu immer identisch: Die Täter bringen an den Karteneinschüben der Automaten oder an den Einschüben der Eingangstüren Vorsätze an. Damit werden die Kartendaten ausgelesen. Über verdeckt an den Automaten oben oder seitlich angebrachte kleine Kameras wird die Eingabe der Pin-Nummern aufgezeichnet und später ausgewertet.

Mit den gewonnenen Kartendaten werden Dubletten angefertigt. Der dazugehörige Pin verstetzt die Täter in die Lage, Geld vom fremden Konto abzuheben. Wie viele Konten im jüngsten Fall leer geräumt wurden, lässt sich laut Lützen noch nicht sagen. "Die Auswertungen laufen noch."

Um ein Ausspähen von Kartendaten zu vermeiden, rät die Polizei, Geldautomaten vor jeder Nutzung genau in Augenschein zu nehmen. Oftmals bringen die Täter an den Karteneinschüben derart flache Lesevorsätze an, die bei oberflächlicher Betrachtung nicht auffallen. Jürgen Lützen: "Außerdem sollte es sich jeder Kartennutzer zur Gewohnheit machen, das Eingabefeld für die Pin-Nummer zum Beispiel mit einer Hand abzudecken, damit ein Ablesen durch eine verdeckt angebrachte Kamera oder eine andere Person ausgeschlossen wird."

(RP)