Sternwarte Mönchengladbach: Besucherrekord in unendlichen Weiten

Sternwarte Mönchengladbach: Besucherrekord in unendlichen Weiten

Beim Astronomietag hörten die Teilnehmer spannende Vorträge, schauten durch Teleskope und entdeckten unter anderem die Mondoberfläche und den Jupiter. Die Gäste waren begeistert.

Der bundesweite Astronomietag hatte noch gar nicht begonnen, da standen am Samstagabend schon rund 70 Gäste vor dem Tor des Wasserwerks Rheindahlen, auf dessen Gelände sich die Mönchengladbacher Sternwarte befindet. Selten war der Himmel bei der langen Nacht der Sterne in den vergangenen Jahren so klar wie dieses Mal. Dieser Umstand, gepaart mit dem Ferienbeginn, sorgte dafür, dass die Sternwarte einen Besucherrekord erlebte. "So viele Gäste wie heute waren noch nie da", sagte Dieter Vegelahn vom astronomischen Arbeitskreis. Die Besucher hörten spannende Vorträge, schauten durch Teleskope, sahen die Oberfläche des Mondes, den großen Wagen, den Jupiter und viele Objekte, die mit bloßem Auge gar nicht zu erkennen sind, zum Beispiel den Orionnebel.

Einer der Besucher war Nils. Der 13-Jährige ist eigentlich gar kein so großer Weltraum-Fan, kommt aber trotzdem fast jedes Jahr zum Astronomietag. "Das ist einfach interessant", sagt er. Vor sieben Jahren war er zum ersten Mal dabei. Damals erklärte er: "Der Mond sieht aus wie Sponge-Bob." Weil es in der Sternwarte so voll war - es kamen rund 250 Besucher - musste man vor der kleinen Kuppel, in der das große Teleskop steht, fast eine Stunde anstehen, um hinein zu kommen. Nils nutzte die Gelegenheit, um schon einmal nach oben zu schauen. "Eigentlich sieht der Mond aus wie ein Pfannkuchen", befand er. Als er schließlich einen Blick durch das Teleskop geworfen hatte, hatte er eine andere Meinung: "Der Mond sieht immer noch aus wie Sponge-Bob."

Geduld beim Warten und Anstehen, das war beim Astronomietag wahrlich gefragt. Denn die Sternwarte ist klein, das Interesse aber riesig. Im Vortragsraum gibt es nur rund 20 Sitzplätze. Viele Besucher blieben daher stehen, um Dieter Vegelahn zu lauschen. Er erklärte den Zuhörern zum Beispiel, dass sich der Mond jedes Jahr rund vier Zentimeter von der Erde entfernt und Experten dies mittels einer speziellen Lasertechnik messen können. Weil man nicht mal eben so zu den Sternen fliegen kann, seien Teleskope sehr wichtig. "Mit ihnen kann man schon eine ganze Menge beobachten", sagte Vegelahn. Im Weltall gibt es davon auch ganz große, zum Beispiel das Hubble Space Telescope. Einige Fotos, die damit aufgenommen wurden, präsentierte er den Interessierten.

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Der Besucheransturm beim Astronomietag riss auch am späten Abend nicht ab. Selbst kurz vor Mitternacht, also kurz bevor die Sternwarte schloss, kamen noch einige Interessierte. Der astronomische Arbeitskreis hatte damit nicht gerechnet und so musste an dem Abend jeder mithelfen, um den Andrang zu bewältigen. Deshalb bauten die Mitglieder auf der großen Wiese vor der Kuppel der Sternwarte eilig ein zweites Teleskop auf, durch das dann all diejenigen schauten, denen das Warten zu lang wurde. Doch die Zeit vertrieb man sich. Einige Erwachsene hatten eine spezielle App auf ihrem Smartphone. Richtet man das Gerät damit gen Himmel, wird angezeigt, welches Sternbild dort zu sehen ist. Andere diskutierten über den kürzlich verstorbenen Stephen Hawking und seine Theorien über das Weltall.

Obwohl es kalt war, zeigten sich alle Besucher am Ende begeistert. "Das ist schon erstaunlich, was man mit dem Teleskop alles sehen kann", sagte ein Vater, der mit der ganzen Familie gekommen war. Und noch etwas erkannten einige Besucher, als sie sich nach dem Blick in die unendlichen Weiten im Aufenthaltsraum bei einer Tasse Kaffee aufwärmten: Ein Abend in der Sternwarte ist nicht nur faszinierend; er macht einem auch klar, wie klein man selber eigentlich ist.

(RP)