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Mönchengladbach: Bekommt Mönchengladbach die allererste Traumstraße?

Mönchengladbach : Bekommt Mönchengladbach die allererste Traumstraße?

Der Museumsverein gibt 10.000 Euro, um fünf bunte Lampen des Künstlers Alex Morrison zwischen Spatzen- und Fliescherberg zu erhalten.

Eine bisher namenlose Gasse, genauer: der Hohlweg, der im Berggarten die Verbindung zwischen Spatzenberg und Fliescherberg herstellt, ist im Vorjahr aufgewertet worden. Im Rahmen des Kunst-Landschaftsprojekts "Ein ahnungsloser Traum vom Park", für das der Künstler und Designer Markus Ambach und die Leitung des Museums Abteiberg federführend verantwortlich zeichnen, wandert Kunst auf Zeit in das Gelände zwischen dem Skulpturengarten des Museums und dem Hans-Jonas-Park.

Einer der Gestalter, die im Vorjahr die Grünzone oberhalb der Lüpertzender Straße mit Kunst möblierten, ist der englische, in Kanada lebende Objektkünstler Alex Morrison (42). Er ließ fünf Laternen im nostalgischen Jugendstil-Look der Tiffany-Mode um 1900 entlang der Gasse aufstellen, die seither inoffiziell "Traumstraße" heißt. "Diesen Namen haben wir bei unseren Recherchen nirgendwo in Deutschland als Bezeichnung einer Straße gefunden", hebt Museumsdirektorin Susanne Titz das Alleinstellungsmerkmal hervor. Die Serie von Leuchten, die nach Abbau der Installationen des Großprojekts "Ein ahnungsloser Traum vom Park" als eines von ganz wenigen Objekten bisher nicht demontiert wurden, könnte tatsächlich eine Hoffnung vieler Kunstliebhaber wahr werden lassen. Wenn Morrisons Leuchten auf Dauer vor Ort bleiben, wäre der Begriff "Traumstraße" durchaus eine taugliche Bezeichnung. Der nun beleuchtete Hohlweg verläuft unterhalb der Turnhalle des Humanistischen Gymnasiums und mündet in den Hans-Jonas-Park.

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Die Idee nahm konkrete Formen an, als Prof. Dr. Rainer Wallnig, der Vorsitzende des Museumsvereins MG, den Vorschlag machte, die schmucken Lampen mit den bunten Scheiben für die Stadt zu erwerben. "Der Museumsverein ist bereit, 10 000 Euro zur Verfügung zu stellen, damit die dauerhafte Existenz der Leuchten in der Gasse gesichert wird", sagt Wallnig. Die leuchtend bunten Laternen geben, so der Vorsitzende, dem Weg eine neue Anmutung. Wallnig: "Alex Morrison hat die Wahrnehmung dieses Weges verändert, er hat dem ansonsten eher unscheinbaren und vernachlässigten Pfad einen ganz besonderen, poetischen Charme verliehen."

In einem an die Anwohner verteilten Brief hat der Museumsverein zur Unterstützung des Vorhabens aufgerufen. "Wir meinen, dass die ,Traumstraße' eine wunderbare Bereicherung unserer Innenstadt ist und sie den Bereich des Kulturhügels zwischen Münster und Hans-Jonas-Park aufwertet", heißt es in dem Schreiben. Bei der letzten Ratssitzung vor der Kommunalwahl, am 21. Mai, soll das Projekt auf den Weg gebracht werden.

Zur Gesamtfinanzierung sind weitere 20 000 Euro erforderlich. Diesen Betrag hoffen die Initiatoren aus dem städtischen Förderprogramm "Wohnumfeldverbesserungen bei bürgerlichem Engagement" hereinzuholen. Der Antrag bei der Stadt ist bereits eingereicht.

(RP)