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Wyenhütte: Bekannt im Land der Äste

Wyenhütte : Bekannt im Land der Äste

Thea Frentzen hat einen ganz prominenten Vorfahren. Nein, nicht den Ex-Borussen Karlheinz Pflipsen, der aus Wyenhütte stammt. Sondern Michel Fredel. Wer das ist? Der Großvater der 78-Jährigen.

Warum er, zumindest für dörfliche Verhältnisse, prominent ist? Weil Michel Fredel 1929 der erste Schützenkönig der St. Rochus Schützenbruderschaft Broich-Peel war, der aus Wyenhütte kam. Bis jetzt ist er auch der einzige geblieben.

"Meine Mutter Katharina war damals Königin", erzählt Thea Frentzen. 1930 schoss ihr Großvater den Vogel nochmal ab und wurde wieder Majestät in der kleinen Honschaft, deren Name vermutlich etwas mit Weiden zu tun hat — jedenfalls erzählen sich das die Wyenhütter. Das Gebiet war früher sumpfig, es standen dort viele Weiden und es gab Wasserlöcher mit zwei bis drei Metern Durchmesser, die so genannten "Ruerte". In dem Wasser wuschen die Dörfler die "Wye", also die Äste der Weiden. Sie machten die Wye weich und flochten daraus Körbe.

Das Wort Hütte kann mit "am Ende des Bezirks" übersetzt werden, was passen würde: Wyenhütte liegt ja am westlichen Rande Rheindahlens. Nach und nach wurde der anfangs wenige Höfe umfassende Ort immer größer, Körbe flechten die Bewohner heute eher nicht mehr. Dafür lassen sie gerne gemeinsam ihre Geburtstagskinder hochleben — und vielleicht irgendwann ja auch mal wieder einen Schützenkönig.

(RP)