1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Zirkus in Mönchengladbach: Bei Roncalli bleibt der Alltag draußen

Zirkus in Mönchengladbach : Bei Roncalli bleibt der Alltag draußen

Mit seinem Programm "Time Is Honey" ist der Zirkus bis zum 6. April in Mönchengladbach zu Gast. Die Artisten bieten eine bezaubernde Mischung aus Akrobatik, Jonglage und Komik. Sie führt das Publikum in eine Welt, die entschleunigt und entspannt.

Die Uhr tickt, die Show beginnt. Sergi Buka leitet den magischen Abend mit einer Lasershow ein. Die Uhr, die er mit seinen Laserstrahlen entwirft, ist das bestimmende Symbol. Und doch soll Zeit ab sofort keine Rolle mehr spielen. "Lassen Sie ihren Kummer draußen und kommen Sie in unsere Herzen. Werden Sie wieder Kind", sagt Sprechstallmeister Patrick Philadelphia zur Begrüßung. Und schnell wird klar, dass dies in den kommenden drei Stunden nicht schwierig ist.

Willkommen im Zirkus Roncalli. Er führt sein Publikum aus dem Alltag hinaus in eine Welt, die entschleunigt, in der die Minuten aber trotzdem wie im Flug vergehen. "Time Is Honey" heißt das Programm, das Roncalli bis zum 6. April auf dem Geroplatz von Mittwoch bis Sonntag jeweils zweimal am Tag aufführt. Zeit ist Honig, es soll ein Genuss sein, sich fallenzulassen in das Reich der Clowns und Artisten.

Und die Show beginnt rasant, das Circustheater Bingo liefert die erste Akrobatiknummer, bei der man bei all den Attraktionen auf dem Boden und in der Luft gar nicht alle Artisten im Auge behalten kann. Doch Roncalli geht es nicht darum, eine spektakuläre Flugshow nach der anderen abzuliefern. "Time Is Honey" soll entspannen, der Nervenkitzel wird dosiert. Fortan wechseln sich komödiantische Einlagen der KGB Clowns, anspruchsvolle Jonglage-Nummern und atemberaubende Akrobatik-Elemente in schöner Regelmäßigkeit ab.

  • Fotos : Hier wächst ein Zirkus-Zelt: Aufbau des Zirkus Roncalli in Mönchengladbach
  • Mönchengladbach : Roncalli-Artisten proben für Weltpremiere
  • Auf dem Stuhl: Debbie Schlutter in
    Gastauftritt : Pepperoni-Stars in der Roncalli-Manege

Geraldine Philadelphia verzaubert mit ihrer Reifen-Jonglage, das Duo Viro schwingt sich mit seinen seidenen Tüchern bis unter die Zeltkuppel. Und das Trio Laruss besticht mit seiner turnerischen Darbietung als Goldmenschen mit Kraft und Körperbeherrschung. Und zwischendrin erscheinen immer wieder die Clowns, die mit ihren Slapstick-Einlagen nicht nur bei den Kindern für Lacher sorgen.

Elefanten und Tiger vermisst bei diesem Programm niemand. Es wird sie auch nicht zu sehen geben, denn Roncalli verzichtet bewusst auf Wildtiere. Nur einmal wird es tierisch: Karl Trunk betritt mit seinen Pferden und Ponys die Manege. Zu deren Kunststücken gehört es auch, sich einfach einmal auf die faule Haut und ins gemacht Bett zu legen. Für die Artisten gibt es indes noch kein Ausruhen. Die Rokashkovs brillieren am Reck, Jemile Martinez jongliert mit Fußballen, dass jeder Nachwuchskicker im Publikum neidisch wird. Und Les Paul, die Kinder des Roncalli-Gründers und Direktors Bernhard Paul, liefern eine rasante Show auf Rollschuhen.

Dies alles wird musikalisch begleitet von Georg Pommer und seinem Roncalli-Orchester. Doch dann geschieht etwas, das selten ist im Zirkus: Es ist mucksmäuschenstill. Andreis Jacobs Rigolo lässt eine Feder schweben, balanciert sie am Ende auf 13 Palmästen. Die Zeit spielt bei seiner Jonglage keine Rolle, die Magie der Stille legt sich über die Manege. Bald danach ist Schluss, Roncallis Clowns und Artisten verabschieden sich von ihrem Publikum.

Und ein Blick auf die Uhr verrät: Es sind tatsächlich drei Stunden vergangen, seit die Uhr zu ticken begann.

Hier geht es zur Bilderstrecke: "Time is Honey" - Circus Roncalli gastiert in Mönchengladbach

(anch)