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Mönchengladbach: Bei Facebook auf Arbeitzplatzsuche

Mönchengladbach : Bei Facebook auf Arbeitzplatzsuche

Zwei Gladbacherinnen betreiben bei Facebook eine Seite für Arbeitslose. 2600 Arbeitssuchende haben sich bereits gemeldet. Rund 60 wurden vermittelt.

Seit Monaten sorgt im sozialen Internet-Netzwerk Facebook die Gruppe "Du bist Mönchengladbacher, wenn..." für Gesprächsstoff. Im Mai meldete sich dort ein Herr, der nach einer Arbeitsstelle suchte. Ursula Kiel, die regelmäßig auf der Website unterwegs ist, sah die Nachricht und hatte spontan eine Idee. "Ich dachte mir, es müsste bei Facebook eine Gruppe geben, in der sich Arbeitssuchende melden können, um einen Job zu bekommen", sagt sie. Daher tat sie sich mit Erika Wiersbinna zusammen und gründete die Gruppe "Mönchengladbacher suchen Arbeitsstellen". Inzwischen haben sich rund 2600 Arbeitslose aus Mönchengladbach und Umgebung gemeldet. "Ungefähr 60 davon konnten wir in eine Arbeitsstelle vermitteln", zieht Erika Wiersbinna nun eine erste Bilanz.

Durch die Kommentare, die einige Nutzer der Seite schreiben, erfahren die beiden Frauen, die selber nach Arbeit suchen, von Schicksalen. "Einige tun sich schwer, weil Facebook nun einmal öffentlich ist. Andere fragen nach konkreten Berufen", erzählt Ursula Kiel. Einige Nutzer schreiben aber auch von ihrem Schicksal, wenn sie zum Beispiel arbeitslos wurden, weil eine Firma schließen musste. "Einer schrieb einmal, dass er keine Stelle findet, weil er Ausländer sei", sagt Erika Wiersbinna. Und sie haben ein Ärgernis ausgemacht. "Es werden viel zu wenig Stellen für Menschen mit Behinderung angeboten. Das muss sich ändern", sagt Ursula Kiel.

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Um den Nutzern der Gruppe helfen zu können, stöbern die beiden Frauen auf den Internetseiten von Unternehmen aus Mönchengladbach und einem Umkreis von 50 Kilometern. "Wir schauen uns dort die Stellenangebote an und posten sie bei Facebook", sagt Kiel. Jedes Stellenangebot machen sie jedoch nicht publik. "Wir achten darauf, dass die Jobs so bezahlt werden, dass die Leute nicht auf staatliche Hilfe angewiesen sind", erklärt Erika Wiersbinna. Um den Kontakt mit Unternehmen zu intensivieren, suchen die beiden Damen auch das persönliche Gespräch mit Personalern. Für die Zukunft hoffen sie, dass Firmen von sich aus Stellenangebote in der Facebook-Gruppe inserieren.

Um die große Zahl von Nutzern besser koordinieren zu können, haben die beiden Frauen die Gruppe unterteilt nach Vollzeitstellen, Teilzeitstellen, Ausbildungsplätzen und Praktikumsstellen. Hinzu kommen Angebote für Menschen mit Behinderung. Zu den Firmen, auf deren Stellenangebote die Arbeitssuchenden dank der Initiative aufmerksam werden, gehören auch namhafte Unternehmen wie die Santander Consumer Bank. Dorthin sei erst vor kurzem eine junge Frau vermittelt worden. Zu den Nutzern der Seite gehören Menschen jeder Altersgruppe.

(cli)