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Mönchengladbach: Bauern bekommen weniger Prämien

Mönchengladbach : Bauern bekommen weniger Prämien

Bis zu fünf Millionen Euro weniger an Prämien werden bald an die Landwirtschaft in der Region fließen. Das ist Folge einer neuen, 2010 anlaufenden Subventionspolitik der Europäischen Union. Einbußen haben Milchviehhalter und Rüben-Produzenten, sagt Kreislandwirt Wolfgang Wappenschmidt.

Zwei Millionen Euro weniger oder gar fünf Millionen? Was die Landwirtschaftskammer für die Bauern im Kreis Neuss und Mönchengladbach prophezeit, enthält noch eine großzügige Schwankungsbreite. Sicher ist aber: Etliche Landwirte zwischen Herrath und Kleinenbroich werden bald weniger Betriebsprämien aus der Kasse der Europäischen Union bekommen als bisher. Dafür sorgt die "Gemeinsame Argrapolitik", welche die EU 2003 beschlossen hat und die sie ab diesem Jahr umsetzen will. Ziel: Ab dem Jahr 2013 sollen alle Landwirte einen einheitlichen Prämiensatz pro Hektar Betriebsfläche bekommen — und zwar unabhängig davon, was und wie viel sie auf der Fläche produzieren.

Die Folge ist für Wolfgang Wappenschmidt zumindest im Prinzip klar abzusehen: Milchviehhalter und die in der Region stark vertretenen Rübenproduzenten werden in einer ersten Stufe einsetzenden Änderung weniger an Prämie bekommen. Wer viel Grünland in seinem Eigentum hat, wird dagegen wohl etwas mehr vom Prämienkuchen abbekommen.

Was das für den einzelnen Betrieb in Euro und Cent konkret bedeutet, davon werden die Landwirte am Ende dieses Jahres einen Vorgeschmack bekommen. Denn der einheitliche Prämiensatz soll bis 2013 schrittweise erreicht werden. Los geht es 2010: Bekamen Milchviehhalter und Rübenbauern zu einer Basisprämie von 267,70 pro Hektar Ackerland und 104, 93 Hektar Grünland noch Zuschläge, werden diese so genannten Top Ups in diesem Jahr erstmals reduziert, dafür steigt die Basisprämie etwas. Das Ergebnis der Operation können die Bauern erst mit Sicherheit feststellen, wenn sie Anfang nächsten Jahres auf ihre Konten schauen. Denn ausbezahlt werden die Prämien zum 31. Dezember 2010. Als einheitliche Prämie in drei Jahren rechnet die Landwirtschaftskammer derzeit mit etwa 360 Euro.

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Obwohl auch die einheitliche Prämie weiterhin eine Subvention darstellt, hält Wappenschmidt sie für ein Instrument, Landwirte auf ein System mit mehr Wettbewerb vorzubereiten. Die Konkurrenz ist inzwischen eine weltweite, und mit den weitaus geringeren Kosten, zu denen etwa in der Ukraine auf riesigen Flächen Getreide produziert wird, können die kleinen deutschen Betriebe nicht mithalten. Mit der Subvention müsse dieser Wettbewerbsnachteil quasi zur "Grundabsicherung" ausgeglichen werden, "wenn die Gesellschaft auch in Deutschland statt einer industriellen Landwirtschaft eine bäuerliche und umweltfreundliche Landwirtschaft flächendeckend erhalten will".

Ab 2013 gehen dann zehn Prozent aus dem Prämientopf gar nicht nicht mehr direkt an die Landwirte. Sondern sie fließen in Sonderfonds, aus denen Bauern auf Antrag Zuschüsse für besondere Investitionen bekommen können. Ein Teil des Geldes kann aber auch an Städte und Gemeinden fließen für Projekte, die den ländlichen Raum erhalten und pflegen.

(RP)