Mönchengladbach: Bau des Regenrückhaltebeckens beginnt

Mönchengladbach : Bau des Regenrückhaltebeckens beginnt

Nachdem der Kampfmittelräumdienst das Gelände freigegeben hat, kann das neue Geneickener Hochwasserrückhaltebecken ab Montag gebaut werden. Dafür werden Wegeverbindungen gekappt.

Welche Auswirkungen ein unzulänglicher Hochwasserschutz haben kann, zeigt sich derzeit im Süden, Osten und Norden der Republik auf dramatische Weise. Auch in Gladbach ist die Hochwassergefahr in der jüngeren Vergangenheit stetig gestiegen. Der Grund: Weil immer mehr Fläche durch Bebauung versiegelt wird, können starke Regenfälle kaum noch versickern. Das Wasser fließt daher überwiegend durch die Kanäle ab, die wiederum in der Niers münden. Das neue Hochwasserrückhaltebecken in Geneicken, das mehr als zwei Jahrzehnte lang geplant wurde, soll dafür sorgen, die Niers bei starken Regenfällen zu entlasten und Überschwemmungen zu verhindern.

Der Baubeginn steht nun unmittelbar bevor: Wie der Niersverband mitteilte, hat der Kampfmittelräumdienst das Gelände endgültig freigegeben. Die eigentlichen Baumaßnahmen können somit am kommenden Montag, 17. Juni, beginnen. Ab diesem Zeitpunkt sind dann auch die Wegeverbindungen entlang der Niers (Wander- und Radweg zwischen Zoppenbroich und Schloss Rheydt) sowie von der Heppendorfstraße über die Niersbrücke bis zur Nesselrodestraße gesperrt.

Die Sperrungen müssen voraussichtlich bis zum Ende der Bauarbeiten aufrechterhalten werden — und die sollen minimal zwei, maximal drei Jahre andauern. Niersverband und Stadt, so heißt es in einer Mitteilung, bedauern, dass damit die attraktive Wegeverbindung entlang der Niers für Naherholungssuchende über längere Zeit nicht zur Verfügung stehen wird. Für die Zeit der Sperrung werde eine Umleitung eingerichtet und entsprechend ausgeschildert. Der Verlauf der Umleitungen ist der Karte zu entnehmen.

Mit dem Nierssee in Neuwerk und dem Rückhaltebecken in Odenkirchen gibt es im Stadtgebiet bereits zwei Anlagen, die im Starkregenfall als Auffangstationen für Nierswasser dienen. Doch gerade Letztere hat in den vergangenen Jahren ihre Wirksamkeit verloren, weil die Zuflüsse der Niers inzwischen — auch bedingt durch den Braunkohletagebau — zu tief liegen. Dadurch wurde ein weiteres Rückhaltebecken nötig. Dafür investiert der Niersverband rund 15 Millionen Euro, ein Teil davon wird vom Land gefördert. Durch eine Renaturierung und ein neues Wegekonzept soll das Gebiet auch der Naherholung dienen.

(tler/frin)
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