Mönchengladbach: Bankräuber stand seelenruhig in Schlange

Mönchengladbach: Bankräuber stand seelenruhig in Schlange

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten ist die Sparkassenhauptstelle am Bismarckplatz ausgeraubt worden ­und zum zweiten Mal ging der Täter dabei mit unfassbarer Chuzpe vor.

Er reihte sich Donnerstagnachmittag gegen 16.30 Uhr unmaskiert, aber mit Sonnenbrille in die Schlange vor der Kasse ein. Als er an der Reihe war, bedrohte er die Kassiererin mit einer kleinen, schwarzen Pistole und ließ sich das Geld in einen blauen Jutebeutel packen. Dann spazierte er ohne jede Eile durch die zu dieser Zeit gut besuchte Stadtsparkasse.

Kein einziger anderer Kunde oder Sparkassen-Mitarbeiter schöpfte Verdacht. Und so hat die Polizei bislang nicht einmal ein Anhaltszeichen, ob der wahrscheinlich etwa 20 bis 30 Jahre alte Mann anschließend zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto flüchtete. Wie viel Geld der Mann erbeutete, teilte die Sparkasse noch nicht mit. Die Kassiererin wurde schon unmittelbar nach dem Überfall psychologisch betreut.

Die Masche erinnert sehr an den Überfall, bei dem am 22. Dezember zwei Täter an selber Stelle zugeschlagen hatten. Die Polizei konnte gestern nach Auswertung der Bilder aus der Überwachungskamera nicht ausschließen, dass der Einzeltäter einer der beiden Täter ist, die im Dezember unerkannt entkommen konnten. Offenbar liegt eine Ähnlichkeit vor. Die Polizei will das Foto des Mannes veröffentlichen und hofft auf Hinweise von Bankkunden und Passanten.

Möglicherweise handelt es sich um Bankräuber, die mit der Masche über die Lande ziehen. Im Ruhrgebiet etwa wurden im vergangenen Jahr von der Polizei mehrere, ähnliche Überfälle gemeldet. Auch dort gingen die Täter jeweils unmaskiert vor. Kein einziger von ihnen wurde bislang gefasst ­ und das trotz jeweils gestochen scharfer Bilder aus den Überwachungskameras. Darum vermutete die Polizei seinerzeit, die Bankräuber könnten sich unmittelbar nach ihren Überfällen über die Grenze ins Ausland abgesetzt haben.