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Mönchengladbach: Bankräuber gesteht – und fühlt sich bedroht

Mönchengladbach : Bankräuber gesteht – und fühlt sich bedroht

Wegen dreifachen schweren Raubes und schwerer räuberischer Erpressung sitzt ein Erkelenzer (52) seit drei Wochen vor der Zweiten Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts auf der Anklagebank. Aber erst gestern hatte sich der 52-Jährige zu einem Geständnis entschlossen, nachdem sein Verteidiger um Haftverschonung für seinen Mandanten gebeten hatte. Die Frau des Angeklagten liegt nach einem Hirnschlag halbseitig gelähmt im Krankenhaus. Der Erkelenzer versprach eine Kaution von 20 000 Euro, wenn er seiner schwer kranken Frau beistehen könne.

Dann überraschte der Betreiber eines Eventlokals die Prozessbeteiligten im Schwurgerichtssaal mit einem umfangreichen Geständnis, das er mit geheimnisvollen Erklärungen versah. "Da steckt mehr dahinter. Wenn ich alles sagen würde, würde ich meine Familie gefährden", begann der Angeklagte. Als der gelernte Malermeister vergangenes Jahr nach dem Kauf des Lokals und eines Restaurants durch Schulden Probleme bekam, habe er mit einem Mittäter beschlossen, eine Bank zu überfallen. Dessen Namen nannte er nicht.

Nach einer spontanen Idee, ohne große Planung, sei man sich einig gewesen. Man habe an kleine Filialen gedacht. "Da erwarteten wir keine Gegenwehr", so der Angeklagte. Mit einer Schreckschusspistole ohne Munition und einer Sturmhauben maskiert, überfiel der Angeklagte mit dem geheimnisvollen Komplizen am 17. März 2011 die Filiale der Kreissparkasse Heinsberg in Erkelenz-Keyenberg. Sie warteten, bis ein Angestellter die Filiale betrat, und verfolgten den Mann bis in den Tresorraum. Der Angestellte glaubte erst an einen Scherz. Doch der Angeklagte drückte ihm die Schreckschusspistole in den Rücken, der Mann musste den Tresor öffnen. "Ich habe die Geldscheine aus einer Kassette genommen und in eine Plastiktüte gefüllt", gab der 52-Jährige gestern zu.

Die Räuber fuhren mit ihrem in der Nähe geparkten Wagen davon. Später wurde die Beute von 60 000 Euro geteilt. Auf ähnliche Weise begingen die beiden Männer drei weitere Sparkassen-Überfälle in Erkelenz-Holzweiler und in Wegberg-Arsbeck. Aber der Mittäter habe sich verändert. Bereits zu dem dritten Raub sei er mehr oder minder von diesem gezwungen worden. Bei der vierten Tat habe er nur unter Druck mitgemacht. "Ich weiß, was dahinter steckt, aber ich kann es nicht sagen", so der Erkelenzer, dem man die Angst anmerkte.

(RP)