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Mönchengladbach: Azubis restaurieren F 13-Modell von Junkers

Mönchengladbach : Azubis restaurieren F 13-Modell von Junkers

Der derzeit noch stark lädierte 1:1-Nachbau des ersten Metallflugzeugs der Welt wird künftig am Eventhangar oder in Rheydt ausgestellt.

Das Teil ist zwar nie geflogen. Es hatte auch nie einen Motor. Es handelt sich streng genommen "nur" um ein originalgetreues 1:1-Modell einer Junkers F 13 — aber auch das ist schon ein ziemliches Schätzchen, weil es längst keine flugfähigen Exemplare des ersten Metallflugzeugs der zivilen Luftfahrt mehr gibt. Das Modell, das vermutlich ein Tüftler aus Süddeutschland nach dem Krieg baute, wurde gestern Mittag vom Flughafen in den SMS-Meer-Businesspark gefahren, in einem gänzlich unauffälligen Lkw der Spedition Vetten. Bei SMS wird die schwer lädierte Maschine namens "Nachtigall" in den kommenden zehn bis zwölf Monaten von Azubis restauriert und runderneuert.

"Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie eng die Mönchengladbacher Metall- und Elektroindustrie beim Thema Ausbildung zusammenarbeiten", sagt Kurt Molkenbuer — der frisch von der Unternehmerschaft dieser Branchen in den Ruhestand verabschiedet worden ist, nun jedoch als Projektleiter für die Restaurierung parat steht. Denn Lehrlinge von Firmen wie SMS, Scheidt & Bachmann, Trützschler und Schorch werden das Flugzeug auf Vordermann bringen. "Sie werde es komplett auseinandernehmen und entscheiden, was neu gemacht oder vielleicht nur entrostet werden muss", sagt Molkenbuer. Dann müssen die Oberflächen neu gefärbt werden — "hier suchen wir noch nach einem umweltschonenenden Verfahren". Weil bei der Restaurierung möglichst originale Materialien zum Einsatz kommen sollen, kommen auch die Reifen unter die Lupe — die bestehen noch aus Vollgummi. Und im Innenraum fallen Holz- und Lederarbeiten an. Gestern packten die Azubis bereits mit an, als es darum ging, die Maschine vom Lkw zu hieven.

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Die intensiven Vorarbeiten haben vier angehende Flugzeugtechniker des Berufskollegs Platz der Republik für Technik und Medien geleistet. Sie erstellten einen detaillierten Werkplan für die avisierten 1800 Arbeitsstunden. So zählten sie etwa die 3000 Nieten, die es zu erneuern gilt, vermaßen in Ermangelung von Plänen und Zeichnungen die Bauteile und kalkulierten die Kosten. "Sie waren natürlich begeistert, sich mit einer so bedeutsamen Maschine auseinandersetzen zu können", sagt der stellvertretende Schulleiter Ulrich Böckmann. In der Tat gilt die F 13 als wichtigster Vorläufer der legendären "Tante" Ju 52.

Wo das Modell, ein Geschenk des Stuttgarter Flughafens (wo es auf der Besucherterrasse lange der Witterung ausgesetzt war), einst ausgestellt werden wird, ist unklar. Eventuell im Eventhangar am Flughafen, der ab Dienstag gebaut wird. "Es gibt aber auch einen Ratsbeschluss, der die Rheydter City in Frage kommen lässt", sagt David Bongartz, Geschäftsführer der Eventhangar GmbH. So oder so: Das dann restaurierte Prachtstück wird die Stadt schmücken. Auch wenn es nie fliegen wird. Anders als eine "echte" F 13, die der Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge aktuell in Süddeutschland aufbaut. Diese soll ab 2015 als weltweit einzige flugfähige F 13 zum Einsatz kommen.

(RP)