Awo in Mönchengladbach: Müntefering benennt alternde Gesellschaft als Herausforderung

Feierstunde zum Jubiläum : Müntefering: „Awo ist Säule der sozialen Arbeit“

Der frühere SPD-Chef benannte als Festredner zum Awo-Jubiläum die alternde Gesellschaft als große Herausforderung.

Hundert Jahre alt wird in diesem Jahr die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Deutschland. Grund genug, dieses Jubiläum an ihren Standorten zu feiern und die Gründerin Marie Juchacz zu würdigen. Die Awo Mönchengladbach, die erst 1924 gegründet wurde, tat dies am Sonntag mit einer Feierstunde in der ehemaligen Maschinenhalle von Monforts, mit 150 eingeladenen Gästen aus Politik, Verwaltung und aus der Unternehmerschaft. 

Zur Begrüßung erinnerte der Präsidiumsvorsitzende Norbert Bude an die Arbeit der Awo in Mönchengladbach: „Wir blicken nicht nur stolz zurück, sondern ebenso optimistisch in die Zukunft unserer Arbeit mit den über 40 Geschäftsfeldern.“ Eine Vorlage für Franz Müntefering, der als Gastredner auf die Gründung der Awo nach dem Ersten Weltkrieg einging. Der frühere SPD-Bundesvorsitzende erinnerte an die Frauenrechtlerin Marie Juchacz, die 1919 nicht nur eine der ersten weiblichen Abgeordneten im Reichstag war, sondern darüber hinaus die erste Rednerin im Parlament. Ihr soziales Ansinnen, „helfen, dass anderen Menschen geholfen wird“, war dann der Anlass, die Arbeiterwohlfahrt als Hilfsorganisation für sozial bedürftige Menschen in Deutschland zu gründen.

„1933“, so erzählte Franz Müntefering, „wurde die Arbeiterwohlfahrt von den Nationalsozialisten verboten und zwangsweise aufgelöst.“ Marie Juchacz floh ins benachbarte Frankreich, kehrte nach dem Krieg zurück und rief 1946 die Awo gemeinsamem mit Lotte Lemke, der späteren Hauptgeschäftsführerin, wieder ins Leben. Die Awo war und ist, so Müntefering, immer noch eine wichtige Säule der sozialen Arbeit. Eine Arbeit, die nach dem Grundsatz der Gründerin immer für neue Aufgaben bereit sein müsse. Müntefering erwähnte die alternde Gesellschaft. So sind heute fünf Millionen Menschen über 80 Jahre alt und in 10 bis 15 Jahren werden es sicherlich über zehn Millionen sein. „Da ist  noch einiges zu tun“, sagte der 79-jährige über die wachsende Bedeutung der Senioren. „Die Awo ist an vielen Stellen unterwegs und hilft den Menschen. Eine Sache von Mensch zu Mensch“, sagte Müntefering.

Dank für den Festredner gab es von Awo-Vorstand Uwe Bohlen. Gleichzeitig versprach er in Richtung der Verwaltung: „Wir unterstützen Ihre Arbeit und wollen das Leben in der Stadt jeden Tag ein bisschen besser machen.“