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Mönchengladbach: Autofahrer wegen versuchten Mordes und Unfallflucht vor Gericht

Mönchengladbach : Autofahrer wegen versuchten Mordes und Unfallflucht vor Gericht

Der Niederkrüchtener (55) hatte erst seit vier Tagen seinen Führerschein zurück, nachdem man ihn zuvor mit Alkohol am Steuer geschnappt hatte, als er in der Nacht zum 24. März 2012 in seinem Sportwagen durch einen Knall und die zersplitternde Frontscheibe aufgeschreckt wurde.

"Wahrscheinlich war ich durch Sekundenschlaf vom Weg abgekommen und hatte dabei einen Poller mitgenommen", vermutete der 55-jährige Diplom-Ingenieur, der sich seit gestern vor dem Mönchengladbacher Schwurgericht unter anderem wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, versuchten Mordes durch Unterlassen und Unfallflucht verantworten muss. Tatsächlich hatte er wohl einen damals 17-jährigen Radfahrer erfasst.

Laut Anklage soll der Schüler gegen die Windschutzscheibe des Fahrzeuges des Angeklagten geprallt und dann auf den Grünbereich gefallen sein. Der inzwischen 19-Jährige erlitt damals lebensgefährliche Kopfverletzungen und Frakturen. Er leidet noch immer unter Konzentrationsstörungen. Doch der Niederkrüchtener, der wegen einer psychischen Erkrankung inzwischen eine Berufsunfähigkeitsrente bezieht, will von dem Zusammenstoß mit dem Radfahrer nichts mitbekommen und auch nichts gesehen haben. Entdeckt wurde das Opfer in der Märznacht von einer Schwalmtalerin (45), die damals ihren Sohn von einer Party abholte. Die 45-Jährige sah zwei Schuhe auf der Straße, nachdem sie kurz vorher einen Radfahrer beobachtet hatte. "Da stimmt was nicht", war sich die Frau sicher und suchte den Radweg ab. Sie fand den bewusstlosen Schüler und rief den Rettungswagen. Der Radfahrer wurde monatelang im Krankenhaus behandelt und musste das Schuljahr wiederholen. Als ihn die Zeugenaussagen an das schreckliche Erlebnis erinnerten, weinte der 19-Jährige bitterlich und wurde aus dem Saal geführt.

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Der Angeklagte brachte in der Unfallnacht sein schwerbeschädigtes Fahrzeug auf das Gelände eines befreundeten Autohändlers in Hardt. Dann fuhr er mit dem Bus zu einem anderen Freund nach Windberg. Als der ihm nicht helfen konnte, berichtete er dem Bekannten in Hardt am Telefon von dem "Zusammenstoß mit einem Poller". Der sah sich den Pkw an und meinte sinngemäß: "Das muss was Größeres gewesen sein. Du musst zur Polizei." Der Autohändler holte den 55-Jährigen in Windberg ab und begleitete ihn zur Polizei in Viersen. Offenbar sei er an dem Unfall beteiligt gewesen, habe der Angeklagte damals schließlich bei der Polizei erklärt.

(RP)