Mönchengladbach: Autofahrer bedroht Kind mit Messer

Mönchengladbach: Autofahrer bedroht Kind mit Messer

Ein Mann soll in Wickrath einen elfjährigen Jungen angesprochen und mit einem Springmesser bedroht haben. Offenbar konnte das Kind nur entkommen, weil es aus Reflex seinen Roller hochzog und den Angreifer verletzte.

Die Polizei fahndet aktuell nach einem Mann, der am Donnerstagabend in Wickrath einen Jungen auf dem Nachhauseweg ansprach, plötzlich ein Messer zückte und das Kind bedrohte.

Wie gestern mitgeteilt wurde, war der Elfjährige gegen 18.20 Uhr auf der Straße Auf dem Damm unterwegs. Der Junge kam von der Skaterbahn in der Nähe des Schlossbades und wollte nach Hause. Er fuhr auf seinem hellgrünen Skaterroller in Richtung Wickrathberg und benutzte dabei den Gehweg. Als der Elfjährige sich in Höhe der Einmündung Auf dem Damm/L 39 befand, bemerkte er einen silberfarbenen Kombi, der von Wickrath aus in seine Richtung fuhr.

Als sich der Kombi in der Höhe des Kindes befand, sei das Auto langsamer gefahren, berichtete der Junge. Der Fahrer habe das Beifahrerfenster geöffnet und ihn aufgefordert, kurz stehenzubleiben. Nach der Schilderung des Jungen hielten er und der unbekannte Fahrer in Höhe der Warnbaken an der Einmündung an. Der Mann sei dann ausgestiegen und habe zu dem Jungen gesagt, dass er ein Geschenk für ihn habe. Wie der Elfjährige bei der Polizei berichtete, habe der fremde Mann dann den Kofferraum seines Kombis geöffnet, um ihm einen braunen Karton in der Art eines Postpakets zu zeigen.

Laut Polizeibericht lehnte der Junge das Geschenk ab, wollte es noch nicht einmal sehen. Doch als der Elfjährige mit seinem Skaterroller weiterfuhr, habe ihn der Fremde ein weiteres Mal aufgefordert stehenzubleiben.

Dann habe der Kombifahrer plötzlich ein Messer aus seiner Hosentasche gezogen. "Der Junge hat uns berichtet, dass eine Klinge heraussprang. Deshalb gehen wir davon aus, dass es sich um ein Springmesser handelte", sagt Polizeisprecher Jürgen Lützen. Mit der Waffe in der Hand sei der Mann drohend auf den Jungen zugegangen. "Es muss so ausgesehen haben, als ob der Mann das Kind angreifen wollte. Der Elfjährige zog daraufhin aus Angst und wie im Reflex seinen Skateroller hoch und traf den Mann damit im Gesicht", berichtet der Polizeisprecher weiter.

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Der Mann sei gestürzt und habe dabei das Messer verloren. Diesen Moment habe der Elfjährige genutzt und sei in Richtung Wickrathberg geflohen. "Als er sich bei seiner Flucht umdrehte, sah er, dass der Mann sich aufgerappelt hatte. Er hielt sich ein Auge und blutete", so Lützen. Anschließend sei der Mann in seinem Kombi mit hoher Geschwindigkeit über die L 39 in Richtung Autobahn davongefahren, wobei er anfangs gleich mehrere andere Fahrzeuge überholt habe.

Für die Polizei sind die Angaben des Jungen absolut glaubwürdig. Sie sucht nun den Täter, der von dem Jungen wie folgt beschrieben wird: Er soll Ende 50, Anfang 60 sein und etwa 1,80 Meter groß. Er hat eine kräftige Figur mit Bauch und ist vermutlich Deutscher. Nach Angaben des Jungen hat er eine akzentfreie Aussprache. Der Mann soll zur Tatzeit einen schwarzen Kapuzenpulli angehabt haben. Die Kapuze hatte er übergezogen. Dazu trug er eine dunkle Sonnenbrille mit dunklen Gläsern. Erkennbar sei ein bräunlicher Kinnbart gewesen, kein Oberlippenbart. Bekleidet war der Mann zudem mit einer hellblauen Jeans und schwarzen Schuhen von Nike.

Markant sei eine von ihm getragene, dicke goldene Panzerkette mit einem mit Steinen besetzten Dollarzeichen als Anhänger gewesen. Diese Kette trug der Fremde nach Aussage des Elfjährigen über dem Pullover.

Als Fahrzeug habe der Mann einen silberfarbenen oder silbergrauen, gepflegten und ziemlich neuwertig erscheinenden Kombi genutzt. Dessen hintere Scheiben und Heckscheibe seien getönt. Auf der Heckscheibe sei zudem rechtsseitig eine Raute von Borussia Mönchengladbach aufgeklebt.

Die Polizei sucht nun Hinweise zu Personen mit zutreffender Beschreibung und frischer Gesichtsverletzung. Auch mögliche Zeugen des Vorfalls sowie Hinweisgeber zu dem Unbekannten und seinem Fahrzeug werden gebeten, sich bei der Polizei unter Telefon 02161 290 zu melden.

(RP)
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