Mönchengladbach: Autobahndrängler sollen bald die Stadtkasse füllen

Mönchengladbach : Autobahndrängler sollen bald die Stadtkasse füllen

An der A61 in Rheydt werden Drängler künftig gefilmt. Das Bußgeld bekommt dann die Stadt. Solingen hat das schon 182.000 Euro eingebracht.

An drei Stellen im Regierungsbezirk Düsseldorf kontrolliert die Autobahnpolizei jetzt mit einer neuen Messtechnik, ob Verkehrsteilnehmer den vorgeschriebenen Abstand zum Vordermann einhalten. Dazu gehört auch die Autobahnbrücke an der A61 in Rheydt. Wie Susanna Heusgen, Sprecherin der Polizei, mitteilt, messen die mobilen Einsatzgeräte Geschwindigkeit und Abstand. Sie sind präziser und können mehrere Fahrspuren kontrollieren. "Dazu werden mehrere Kameras auf Mittelstreifen und Brücke aufgestellt", sagt Susanna Heusgen.

Bislang war der neue "Drängler-Blitzer" in Rheydt noch nicht im Einsatz. "Es könnte aber jeden Tag soweit sein", sagt die Polizeisprecherin. Denn zu dichtes Auffahren könne fatale Folgen haben. "Wir wissen, wie Auffahrunfälle bei hohen Geschwindigkeiten aussehen. Bei Zusammenstößen mit großen Fahrzeugen gibt es sehr oft Tote", sagt Susanna Heusgen.

Auch wenn kein Unfall passiert, kann das dichte Auffahren für den Autofahrer unangenehm werden. "Wer das Kennzeichen seines Vordermannes nicht mehr sehen kann, darf sicher sein: Den Führerschein ist er erst einmal quitt", so die Polizeisprecherin. Ein Beispiel aus dem Bußgeldkatalog: Wer mit über 130 Stundenkilometern unterwegs ist und dabei weniger als 13 Meter Abstand zum Vordermann hält, zahlt 240 Euro. Dazu gibt es noch zwei Punkte und ein zweimonatiges Fahrverbot.

Dass viel zu oft zu dicht aufgefahren wird, zeigt sich in Solingen. An der A3 in der Nähe der Anschlussstelle Solingen/Langenfeld stellten die Beamten an acht Terminen bis Ende Mai 1700 Verstöße mit dem neuen Gerät fest. Da die Kommunen mit der Ahndung beauftragt sind, fließt ihnen auch das Bußgeld zu. In Solingen wurden bis Ende Mai 123 Fahrverbote erlassen und 596 rechtskräftige Bußgeldbescheide ausgestellt. Das spülte 182.000 Euro in die städtische Kasse. Solingens Kämmerer rechnet damit, dass aufs Jahr gerechnet 600.000 Euro daraus werden könnten.

Wann und wie oft die neuen Messgeräte an den Kontrollstellen eingesetzt werden, hänge auch von der Einsatzlage ab, sagt Susanna Heusgen. Und: "Wir werden das nicht vorher ankündigen." Der Autofahrer erkennt zwar an den Abstandslinien auf der Fahrbahn, wo die Kontrollstelle sich genau befindet, weiß aber nicht, ob die Kameras gerade aufgebaut sind. Der dritte Kontrollpunkt liegt übrigens nicht weit von Mönchengladbach entfernt. Er befindet sich auf der A 52 in Höhe der Raststätte Cloerbruch.

(RP)