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Mönchengladbach: Aussage des 70-jährigen Opfers bringt Exhibitionisten (21) hinter Gitter

Mönchengladbach : Aussage des 70-jährigen Opfers bringt Exhibitionisten (21) hinter Gitter

Das Jugendschöffengericht verurteilte den Täter zu einer Jugendstrafe ohne Bewährung. Er hatte der Seniorin eindeutige sexuelle Angebote gemacht.

Er sei es nicht gewesen, beteuerte der Angeklagte (21), als die Staatsanwältin den Mönchengladbacher gestern beschuldigte, sich im Dezember vergangenen Jahres einer 70-jährigen Frau mit offener Hose gezeigt zu haben. Wahrscheinlich sei er damals wie immer am späten Abend nach einem Besuch bei seiner Freundin zu Fuß auf dem Heimweg gewesen. In dieser Gegend war damals offensichtlich auch die 70-Jährige unterwegs. Der junge Mann habe sie mit exhibitionistischen Handlungen erschreckt und mit eindeutigen sexuellen Angeboten in Wut versetzt. Die Frau ging zur Polizei. Auf mehreren ihr vorgelegten Lichtbildern erkannte sie den Angeklagten wieder. Im Gerichtssaal beeindruckte sie mit einer präzisen Aussage. "Zu 99 Prozent erkenne ich den Mann wieder - vor allem an seinen Augen", war sie sich am Ende sicher. Wenig überzeugend blieb der 21-Jährige dabei: "Ich war es nicht" . Bisher war der langjährige Marihuana-Konsument hauptsächlich mit Drogen-Beschaffungstaten aufgefallen. Nach einer chaotischen Schullaufbahn hatte er jede Ausbildung abgebrochen und zuletzt nur noch in den Tag hineingelebt. Nach mehreren Vorstrafen war der Mönchengladbacher im November 2013 wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung zu einer Einheitsjugendstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt worden. Aus Eifersucht hatte der junge Mann im April vergangenen Jahres seine Freundin derart mit Faustschlägen traktiert, dass sie ambulant im Krankenhaus behandelt werden musste. Außerdem hatte er ein paar Wochen danach in Rheydt eine Gebäudewand besprüht und damit Beseitigungskosten von 1000 Euro verursacht.

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Am Ende war die Staatsanwältin von der Schuld des Angeklagten überzeugt. Sie hatte keinen Zweifel an der Aussage des Opfers. Die Anklagevertreterin forderte für den 21-Jährigen, der noch immer einem Jugendlichen gleichzustellen sei, eine neue Jugendstrafe, die ihm nun nach dem exhibitionistischen Auftritt zwei weitere Monate Jugendstrafe einbringen soll.

Vergeblich forderte der Verteidiger Freispruch für seinen Mandanten. Die 70-Jährige habe den Angeklagten nur zu 99 Prozent wiedererkannt. Doch das Jugendschöffengericht schloss sich dem Plädoyer der Staatsanwältin an und verurteilte den Mönchengladbacher wegen exhibitionistischer Handlungen zu einer neuen Jugendstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten, die die zweijährige Jugendstrafe von 2013 enthält.

(RP)