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Ausbildung in Mönchengladbach: Betriebe haben noch Ausbildungsplätze frei

Ausbildungsplätze in Mönchengladbach : Betriebe im Lockdown können Auszubildende „ausleihen“

Kurz nach dem Start ins Ausbildungsjahr sind noch 221 Bewerber in der Stadt auf der Suche. Es gibt aber auch noch viele freie Stellen. Für Betriebe im Lockdown gibt es jetzt das „Azubi-Sharing“.

Die Unternehmen in der Stadt bilden trotz Corona-Pandemie weiter neue Fachkräfte aus. Das legen die Zahlen zum Ausbildungsmarkt nahe. Zum Stichtag 30. September waren in der Stadt genau 1757 Ausbildungsplätze gemeldet. Das waren 53 mehr als im Vorjahr, was einem Zuwachs von rund drei Prozent entspricht. Gleichzeitig sank die Zahl der Bewerber um 27 auf 2140, wie die Agentur für Arbeit Mönchengladbach mitteilte. Damit kommen auf jeden Bewerber 0,82 Ausbildungsstellen. Mit einer Ausbildungsstelle versorgt waren zum Stichtag 1919 Gladbacher (2019: 2065). Aber: 221 Bewerber sind noch unversorgt, das sind deutlich mehr als 2019 (102).

Erstaunlich ist, dass die Zahl der Auszubildenden im Rhein-Kreis Neuss (für den die Arbeitsagentur Mönchengladbach auch zuständig ist) im Gegensatz zu Gladbach im Jahresvergleich zurück gegangen sind. Angela Schoofs, Chefin der Arbeitsagentur, machte dafür zuletzt vor allem die Logistik-Branche verantwortlich, die auch in der Pandemie stark ausbilde.

Obwohl das Ausbildungsjahr bereits läuft, wird auch weiter vermittelt. Offene Stellen gibt es noch. Bereichsleiterin Claudia Kamper nennt fünf Branchen, in denen es  noch ähnlich viele Bewerber wie offene Stellen gibt: „Bei Zustellung und Lagerwirtschaft, im Verkauf, in Büro und Sekretariat, als Arzt- und Praxishilfen sowie in der Gesundheit-, Kranken- und Körperpflege. Gelingt uns die Vermittlung, könnten allein hier rechnerisch mehr als 100 Bewerber versorgt beziehungsweise Stellen besetzt werden.“

Unterdessen hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein ein Projekt gestartet, das Auszubildende aus Betrieben, die nun im Lockdown sind, weiter vermittelt. Beim „Azubi-Sharing“ werden Auszubildende etwa aus Gaststätten und Hotels an Betriebe etwa im Lebensmitteleinzelhandel „ausgeliehen“, um ihre Ausbildung auch während der Schließung fortsetzen zu können.

So soll es funktionieren: Der Auszubildende muss einverstanden sein. Es muss ein Kooperationsvertrag zwischen beiden Betrieben geschlossen werden, der von der IHK vorab genehmigt werden muss. Die Berufsgenossenschaft sollte informiert werden. Die Gesamtverantwortung für die Ausbildung verbleibt beim bisherigen Ausbildungsbetrieb, der Azubi kehrt nach der „Ausleihe“ auch wieder zurück. Die IHK hilft bei der Suche nach Kooperationspartnern, bei der Vertragsgestaltung sowie bei der Klärung von Fragen während des Ausbildungsverlaufs. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 02151 635-455 und im Internet unter folgendem Link: www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/20346.

(RP)