Mönchengladbach: Aus Alt mach Neu: Papier, Körbchen - Co.

Mönchengladbach : Aus Alt mach Neu: Papier, Körbchen - Co.

Der erste Ferienkurs des Museums Schloss Rheydt steht ganz im Zeichen des Papiers: In der "Kreativwerkstatt Papier" basteln sieben Mädchen nach Herzenslust unter der Anleitung von Museums-Praktikantin Michaela Scholz.

In einer Nussschale liegen kleine, undefinierte "Röllchen". "Das sind Perlen", erläutert Kursleiterin Michaela Scholz. Perlen? "Ja, gerollt und geklebt aus Papier". Das klingt spannend. Doch ob die sieben Mädchen in der "Kreativwerkstatt Papier" des laufenden Sommerferienkurses Schloss Rheydt noch diese ausgefallene Schmuck-Variante herstellen werden, weiß die Leiterin noch nicht.

"Das hängt ganz davon ab, wie schnell die anderen Sachen fertig sind und ob noch Lust besteht", sagt Scholz. Denn heute wollen die Bastlerinnen zunächst einen "Korb flechten". Das Modell dafür steht mitten auf dem Tisch und erinnert an einen Utensilienbehälter. Rundherum auf dem Tisch stapeln sich Zeitungen. Denn bei diesem Workshop steht der Recyclinggedanke im Mittelpunkt. "Das heißt, wir schöpfen aus altem Papier nicht nur neues, sondern wir stellen aus Alt-Papier auch neue Sachen her", so Michaela Scholz, die für den Korb bereits erklärt hat, was zu tun ist. Mit Bleistift und Lineal machen sich 14 fleißige Hände daran, sechs Zentimeter breite Streifen vom Papier abzuschneiden.

"Für einen kleinen Becher braucht ihr zehn Streifen, wer ihn etwas höher haben möchte, schneidet noch weitere ab", gibt die angehende Kulturpädagogin die Arbeitsweise vor. Geschickt legt Annika das Lineal an. Schnell und sorgfältig schneidet sie ihre Streifen. Das zweimalige Falten ist da schon kniffliger, weil das Papier dünn ist. "Das ist wichtig, denn gefaltet und geklebt gibt das die nötige Stabilität."

Die Streifen nun zu einem Geflecht zusammenzustecken, erfordert Geschicklichkeit und drei Hände. "Kannst Du mir mal helfen", tönt es quer über den Tisch. Jetzt ist die Hand der Reporterin fürs Papier-Festhalten gefragt. Relativ schnell ist der Behälter zu erkennen und das Erfolgserlebnis stellt sich ein. "Magst Du gerne falten? Ich kann das nicht so gut", gesteht Elena ihrer Nachbarin.

Sie und Nele schöpfen viel lieber Papier. Beide greifen noch einmal zu den Rahmen und tauchen sie tief und "vor allem senkrecht", wie sie erklären, in den Papierbrei. Die Vorbereitung dazu hat die Gruppe tags zuvor getroffen: das Altpapier in Fetzen gerissen, in Wasser geweicht und mit dem Mixer püriert. Diese breiige Suppe läuft den Schöpferinnen über die Hände und durch das Sieb. Ein bisschen hin und her ruckeln, damit sich der Brei gleichmäßig verteilt und im Papier später keine Risse entstehen. Mit einem Lappen wischen sie das überschüssige Wasser ab und stürzen das bereits erkennbare Blatt auf einen Lappen.

"Das muss jetzt trocknen", weiß Nele. Einige am Vortag gefertigte Exemplare hängen auf der Leine. Aufwendig sind diese Blätter mit Glitter, frischen und getrockneten Blüten oder Serviettenpapier verziert. "Die Zutaten werden noch in das nasse Gemisch eingearbeitet, so dass sich die verschiedenen Stoffe verbinden und die Verzierung mit eintrocknet", erklärt Michaela Scholz. Sieht toll aus. Welche kleinen Kunstwerke aus diesem wunderschönen Papier noch entstehen, entscheiden die Mädchen am nächsten Tag. Die Kursleiterin jedenfalls hat viele kreative Ideen.

(apo)
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