Mönchengladbach: Auf Müllsuche mit Beagle Spencer

Mönchengladbach: Auf Müllsuche mit Beagle Spencer

Zum diesjährigen Frühjahrsputz haben sich auch Leute angemeldet, die in kleiner Gruppe groß saubermachen wollen.

Meistens dauert es keine Minute bis Hund Spencer beim Spaziergang in irgendeinem Busch etwas Essbares erschnüffelt hat. Schließlich hat der Beagle zu jeder Tageszeit Hunger. Für Besitzerin Claudia Ferfers ist es schwer, Spencer von jeder Tüte schnell genug wegzuziehen. Dennoch hat die Gefräßigkeit ihres Hundes einen Vorteil: Müll, der in den Beutel kann, ist schnell gefunden.

Ihre Freundinnen nennen sie die "Sammel-Meisterin": Seit 22 Jahren nimmt Ursula van Ool an der Bürgerinitiative teil. Foto: Bauch Jana

Bereits das dritte Jahr in Folge nimmt die 59-Jährige an der Frühjahrsputz-Aktion teil. Auch bei der 22. Auflage der großen Bürgerinitiative, am 17. März, ist sie wieder mit dabei. "Die Stadt kann gar nicht so viel sauber machen, wie andere Dreck machen", sagt Claudia Ferfers. Während andere Teilnehmer in großen Gruppen durch die Straßen ziehen, säubert sie an der Neuwerker Straße allein. "Ich bin so nicht zeitlich an jemanden gebunden und kann alles an einem Tag machen", sagt die Gladbacherin. "Ich hoffe, dass die Nachbarn durch mein Müllsammeln selbst auf den Trichter kommen und sich anmelden."

Wolfgang Schlößer aus Giesenkirchen ist beim Frühjahrsputz ein Neuling. Er würde sich gerne einer Gruppe anschließen. Foto: Bauch Jana

Zu einer kleinen Nachbarschafts-Truppe haben sich Ursula van Ool, Beate Meiners und Gaby Mestrom zusammengetan. Die drei Frauen sind von Anfang an mit dabei, also seit dem Start des Frühjahrsputzes im Jahr 1997. Das Gebiet in Hardt um das Haierbäumchen und die Matthias-Kapelle befreit das Trio regelmäßig von Müll und Abfall. "Ich habe schon alles Mögliche gefunden", sagt Ursula van Ool. "Autoreifen, unzählige Lampenschirme, Fernseher und sogar eine alte Bierbank-Garnitur."

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren sei die Menge des Mülls aber deutlich zurückgegangen. "Nur der Kleinkram bleibt in jedem Jahr gleich", sagt Sammel-Kollegin Beate Meiners. "Wo viel liegt, fühlen sich Menschen dazu eingeladen, noch mehr Müll hinzuschmeißen." Besonders verblüfft ist die 67-Jährige immer wieder von den Reaktionen der Anwohner. Es gäbe viel Zuspruch von den Nachbarn. Aber es gehe auch anders.

  • Mönchengladbach : Noch bis Freitag für Aktion Frühjahrsputz anmelden

"Was machen Sie denn da?", hören die drei Frauen des Öfteren. "Ganz irritiert war ich, als ein Mann mich fragte, ob ich mit dem Müllsammeln meine Sozialstunden ableisten würde", berichtet Meiners. "Oder ob das ein 450-Euro-Job wäre", ergänzt van Ool. An eine positive Geschichte kann sich Beate Meiners aber auch erinnern: "Eine Frau hat beim Spaziergang mit ihrem Hund fünf Euro auf dem Gehweg der Brahmsstraße gefunden und sie mir für meine Arbeit geschenkt", sagt die pensionierte Lehrerin.

Während andere Teilnehmer bereits viele Erfahrungen beim Frühjahrsputz gesammelt haben, weiß er noch gar nicht recht, was auf ihn zukommt: Der Schauspieler Wolfgang Schlößer nimmt zum ersten Mal an der Saubermach-Aktion teil. "Ich habe die Ankündigung gelesen und wollte als regelmäßiger Spaziergänger auch meinen Teil beitragen." Schlößer, der an der Dömgesstraße wohnt, hat sich allein angemeldet, möchte aber lieber mit mehreren gemeinsam sammeln. "Aus der Nachbarschaft kenne ich bisher niemanden, der teilnimmt. Aber vielleicht findet sich in Giesenkirchen ja noch eine Gruppe zum Sammeln."

Wer noch beim Frühjahrsputz mitmachen will: Bitte bis Freitag, 9. März, anmelden per Mail unter aktionen.mg@rheinische-post.de, per Fax unter 02161 244269 oder an Rheinische Post, Lüpertzender Straße, 41061 Mönchengladbach. Fügen Sie der Anmeldung die Zahl der Teilnehmer und das Gebiet hinzu. Außerdem benötigen wir einen Ansprechpartner.

(laha)