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Mönchengladbach: Auf der Jagd nach den Denkmälern der Stadt

Mönchengladbach : Auf der Jagd nach den Denkmälern der Stadt

Käthe und Bernd Limburg sind leidenschaftliche Hobby-Forscher. Innerhalb von fünf Jahren haben sie 6665 Denkmäler fotografiert und ins Netz gestellt. Auch in Mönchengladbach war das Ehepaar aktiv.

Für Bernd Limburg ist es eine Herzensangelegenheit. "All das, was uns unsere Vorfahren an Kulturgütern und historischen Bauten überlassen haben, sollte eine würdige Pflege zur Erhaltung der Substanz erlangen", sagt der 65-Jährige. Angetrieben von diesem Leitgedanken startete der Rentner vor fünf Jahren gemeinsam mit Ehefrau Käthe (63) eine regelrechte Herkulesaufgabe.

Zunächst fuhren sie alle Denkmäler ihres Heimatortes Wegberg ab, um sie zu fotografieren und die GPS-Daten zu erfassen. Im Anschluss wurde eine Liste der historischen Bauten erstellt und samt Foto sowie Text auf die eigene Homepage des Ehepaars gestellt, auf der auch zahlreiche Mönchengladbacher Monumente zu finden sind. "Die Infos zu den einzelnen Denkmalen haben wir von der unteren Denkmalbehörde bekommen", erklärt Limburg, dessen Auflistung auf der Internetpräsenz der Stadt Mönchengladbach verlinkt ist.

Insgesamt wurden 6665 Kulturgüter erfasst. Allein in Mönchengladbach, das laut Limburg "viele schöne Denkmäler" besitzt, waren es über 1000. Den ganzen Sommer 2012 tourte das Ehepaar von Stadtteil zu Stadtteil, um auch jedes noch so kleine Monument zu erfassen. Mönchengladbach hatte dabei einige Vorteile: "Im Vergleich zu anderen Städten liegen hier die Denkmäler sehr kompakt. In manchen Straßen liegt ein denkmalgeschütztes Haus neben dem anderen", erklärt der Wegberger, dem einige Monumente besonders in Erinnerung geblieben sind: "Die Evangelische Kirche in Rheydt und auch der alte Bahnhof in Geneicken haben es uns besonders angetan, auch wenn es schwer ist, einzelne Bauwerke herauszupicken." Auch der Wasserturm an der Viersener Straße sei ein absolutes Highlight gewesen.

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Auf der Online-Plattform Wikipedia sind die Früchte ihrer Arbeit neben vielen anderen Listen aus ganz NRW zu finden. Eine durchaus zeitintensive Tätigkeit, die gute Planung sowie Koordination erfordert. "Wenn die einzelnen Bauten kompakt standen, haben wir 40 bis 60 Denkmäler pro Tag erfassen können", verrät der ehemalige Gärtner. In den jeweiligen Stadtteilen trafen die Limburgs auf unterschiedlichste Reaktionen der Menschen. "Manche wollten nicht, dass ihr Haus fotografiert wird, andere luden uns direkt auf einen Kaffee ein, um sich auszutauschen", sagt Limburg. In der Retrospektive seien bei ihren Touren viele interessante Gespräche mit Anwohnern zustande gekommen. Außerdem lernten Käthe und Bernd Limburg dank ihres Hobbys die Orte aus der Region kennen und bekamen einen ganz neuen Bezug zu ihrer Heimat.

Ursprung der Denkmal-Jagd war eine Lücke im System. Bernd Limburg stellte fest, dass es zwar einzelne Hinweise zu einigen Denkmälern gab, aber ein fortlaufendes Konzept fehlte. Diese Lücke wollte er füllen. Hinzu kam, dass er und seine Frau während des Vorruhestandes viel Zeit hatten. Zuvor verbrachten sie den Alltag mit Fotografieren, Heimatforschung oder Kirchenbuch- und Standesamtsverkartung.

Diesen Hobbys wird sich das Ehepaar, das in einem Haus von 1719 lebt, auch künftig wieder verstärkt widmen. Dennoch hat Bernd Limburg bereits ein neues Projekt im Blick: "Ich plane, die Denkmäler zu erfassen, die durch den Tagebau an neuen Orten platziert werden mussten." Die nächste Herzensangelegenheit also für den 65-Jährigen.

(RP)