Mönchengladbach: Auf dem Weg zur Loungewear-Kollektion

Mönchengladbach : Auf dem Weg zur Loungewear-Kollektion

Studierende der Hochschule bringen frische Ideen ein, Einzelhändlerin Gina Lehnen steuert die Expertise bei.

Gina Lehnen hat Erfahrung. Die Mönchengladbacher Unternehmerin und Inhaberin des Lingerie-Geschäfts verschweigt zwar gern ihr Alter, nicht aber ihre Erfahrung als Einzelhändlerin. Seit 32 Jahren betreibt sie das Geschäft an der Stephanstraße, in dem sie alles an die Frau bringt, was angenehm, schön und hochwertig ist: Dessous und Nachtwäsche, Damen- und Bademode genauso wie entsprechende Accessoires. Doch Gina Lehnen will dabei nicht stehenbleiben. Sie will für die Zukunft gerüstet sein und holt sich kreative Unterstützung von der Hochschule Niederrhein - eine Kooperation mit Modellcharakter.

Den Anstoß für die Zusammenarbeit gab Lehnens Idee, eine eigene Kollektion auf den Markt zu bringen. Und zwar unter dem Stichwort Cocooning. Der Begriff beschreibt das Sich-Einkuscheln, das Sich-Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden. "Ich möchte eine Loungewear-Kollektion herausbringen, mit Modellen, die sich bequem tragen, trotzdem gut aussehen, pflegeleicht und qualitativ hochwertig sind", erklärt Gina Lehnen. Ein erstes Produkt gibt es schon: Eine Hose aus einem weichen, feinen, fast samtartigen Frotteestoff mit einem hohen Bund, den man entweder umschlagen kann oder auch nicht. Eine Hose zum Hineinschlüpfen, ohne Knopf, ohne Reißverschluss. "Da drückt nichts", ist Lehnen überzeugt. Kein profaner Hausanzug, sondern Loungewear, in der man sich auch noch präsentieren kann, wenn es an der Tür klingelt. Auch weitere Produkte wie ein Oberteil oder ein Kleid existieren schon als Prototyp.

Diese Loungewear-KollektionsIdee sollen nun die Studierenden vom Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik weiter entwickeln. Ein Konzept entwerfen, Schnitte mit Hilfe von computergestützten Programmen erstellen, sich über Passformkontrolle und Verarbeitung Gedanken machen, Zielgruppen analysieren, Vermarktungsstrategien und Marketingkonzepte entwickeln, eine Modenschau organisieren und die digitalen und sozialen Medien bespielen. Der Vorteil: In der zehnköpfigen Projektgruppe unter der Leitung von Andrea Rieschel, Professorin für Gestaltungslehre im Bereich Dessinatur, sind Studierende mit unterschiedlichsten Schwerpunkten vertreten: Sie studieren Bekleidungsmanagement, Textile Technologien, Produktentwicklung oder Textilmanagement. "Diese Kooperation soll eine Kombination von Erfahrung und kreativen Ideen sein", sagt Lehnen. Auch über die Vertriebswege sollen sich die jungen Leute Gedanken machen - die neue Kollektion soll auch online angeboten werden. Stationärer Einzelhandel wird so digital ergänzt.

Neben der Projektgruppe sind auch zwei Werksstudentinnen in das Projekt eingebunden, die bei Lehnen arbeiten. Julia Nikoleisen hatte dabei den Traumjob erwischt, sich auf der Pariser Messe nach passenden Materialien umzusehen, Derya Yilkimaz kümmert sich um Marketing und Vertrieb. Beide sind Ansprechpartnerinnen für die Projektgruppe. "Wir haben uns vor zwei Wochen alle zum ersten Mal getroffen, das war sehr anregend", sagt Derya Yilkimaz. Die Studierenden haben nun bis Dezember Zeit für ihre Arbeit, im Januar wird präsentiert. Auf die Ergebnisse darf nicht nur Gina Lehnen gespannt sein.

(RP)
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