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Porträt Theresa Sokolowski: Arbeitslose mit Theatervirus infizieren

Porträt Theresa Sokolowski : Arbeitslose mit Theatervirus infizieren

Theaterpädagogin Theresa Sokolowski erarbeitet ein Schauspiel mit Jugendlichen im Step. Zwei Aufführungen sind geplant.

Zum Theater kam die heute 51-Jährige über etwas verschlungene Pfade. "Mein Vater war Hausmeister in einem klösterlichen Internat nahe Freiburg", erzählt Theresa Sokolowski. Die Familie lebte also auf dem Stiftsgelände mit Internat, in dem junge Mädchen erzogen wurden. "Für sie gab es als Angebot auch Theaterspiel, das zog mich sofort ganz in den Bann." Aber mitspielen durfte die kleine Hausmeister-Tochter, die außerhalb zur Schule ging, in der Gruppe nicht, nur zuschauen. Als sie auf einer Wien-Reise eine Aufführung im legendären Theater in der Josefstadt erlebte, "hatte das Theatervirus mich dann voll infiziert", berichtet die Schauspielerin, Theaterpädagogin und Regisseurin.

In den vergangenen Jahren hat die jetzt 51-jährige Theaterexpertin wiederholt Theaterprojekte im Rahmen des vom Land NRW geförderten Programms "Kultur und Schule" geleitet. "Dabei habe ich mit Schülern unterschiedlicher Schulformen von der Hauptschule bis zum Gymnasium, gearbeitet", erzählt Sokolowski.

Ihr jüngstes Projekt führt die in Neuss lebende Theaterpädagogin und Regisseurin einmal die Woche ins Jugendzentrum der Jukomm an der Stepgesstraße. Dort arbeitet Theresa Sokolowski mit 20 Jugendlichen zwischen 18 und 25 Jahren, die eines gemeinsam haben: "Es sind Langzeitarbeitslose, die im Rahmen des Angebots JobAct das Medium Theater erproben", berichtet sie. Dazu gehören das Training von Körpersprache und Konzentrationsfähigkeit, Bewegungsspiele, Tanz, Einsatz von Musik und Improvisation. "Ich gehe mit den jungen Leuten auch ins Museum, wir singen, machen sogenannte Body Percussion und mehr", ergänzt sie. Theater eigne sich sehr gut als Beitrag zur Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung, ist Sokolowski überzeugt. In den fünf Monaten der Projektarbeit haben die Teilnehmer sich unter anderem mit Theaterformen der Antike beschäftigt, haben mit selbstgefertigten Masken Gestalten wie Antigone, das Ungeheuer Medusa oder den Unterweltgott Hades verkörpert.

Im Verlauf des Arbeitsprozesses sei die Gruppe dann wieder von der Antike abgekommen. "Dafür sind die Teilnehmer an JobAct jetzt ziemlich fit in griechischer Mythologie", berichtet Theresa Sokolowski. "Jetzt erarbeiten wir Friedrich Dürrenmatts Klassiker ,Der Besuch der alten Dame'", informiert die Regisseurin. Das Kernthema Schuld, Sühne und Verschuldung in dem 1956 entstandenen Stück habe die jungen Leute sehr angesprochen, berichtet die Projektleiterin.

Zum krönenden Abschluss des von verschiedenen Seiten geförderten Projekts "JobAct" wird es am 11. und 12. April, jeweils um 19.30 Uhr, zwei Aufführungen des Dürrenmatt-Stücks geben. "Wir spielen im Konzertsaal des Theaters", informiert die Regisseurin.

(RP)