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Mönchengladbach: Arbeitsagentur: Neuer Mann für alte Ziele

Mönchengladbach : Arbeitsagentur: Neuer Mann für alte Ziele

Fast 500 junge Menschen, die im August noch ohne Job waren, haben inzwischen einen gefunden. Diese Entwicklung will Wolfgang Draeger weiter ausbauen. Er ist neuer Geschäftsführer bei der Arbeitsagentur.

Die Arbeitsmarkt-Zahlen schwanken nur minimal, die Interpretation der Gründe ist etwas für ein Insider. Da fällt mehr auf, dass es in der Mannschaft der Arbeitsagentur ein neues Gesicht gibt: Wolfgang Draeger ist der neue Geschäftsführer operativ - so die interne Arbeitsbezeichnung der Agentur. Der 46-Jährige gebürtige Bielefelder war zwar zuletzt in gleicher Position ein Stück weiter weg in Oberhausen tätig, kennt aber Mönchengladbach und die Region, weil er mit Ehefrau und zwei Töchtern seit 14 Jahren in Kleinenbroich lebt. Er folgt auf Doris Schillings, die jetzt bei der Arbeitsagentur Aachen-Düren tätig ist.

Dass die Arbeitsagentur Mönchengladbach einen qualifizierten Experten gewonnen hat, davon zeugt Draegers Vita. Er hat nach seinem Studium an der Hochschule der Bundesagentur als Arbeitsvermittler angefangen und sich dann systematisch nach oben gearbeitet. Und er kann aufgrund seiner Tätigkeit im strukturschwachen Oberhausen mit hoher Arbeitslosigkeit die Schwierigkeiten im Mönchengladbacher Umfeld nachvollziehen, das trotz aller Erfolge in den vergangenen Jahren von Arbeitsvermittlern Kärrnerarbeit verlangt.

Denn weiterhin liegt in Mönchengladbach-Stadt die Arbeitslosenquote im zweistelligen Bereich (11,3 Prozent), wenn diese auch im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte gesunken ist. Auch an den Problemgruppen hat sich nicht viel geändert: Langzeitarbeitslose, Ungelernte, Jugendliche an der Schwelle von der Schule zum Arbeitsmarkt. Zu viele kommen da ins Stolpern.

Das will Draeger ändern. "Wir müssen den Service der Arbeitsagentur verbessern. Und wir müssen mehr als bisher Arbeitgebern deutlich machen, dass sie die vorhandenen Potenziale bei der Ausbildung junger Menschen jetzt abrufen müssen und nicht in einigen Jahren. Dann könnte es zu spät sein", sagt er. Draeger will den Kontakt zu Arbeitgebern pflegen und weiter ausbauen. Und er will ihnen bewusst machen, dass es genügend Instrumente gibt, auch schulisch schwächeren Jugendliche Chancen zu geben: "Von Tagespraktika können zum Beispiel beide Seiten profitieren: Der Ausbilder kann sich ein Bild des Jugendlichen machen, und dieser kann beweisen, dass er geeignet für eine Ausbildung ist."

Erste Erfolge sind da - die Arbeitslosenquote bei den Jüngeren sinkt. Ende des Monats waren im Arbeitsagentur-Bezirk 2535 Männer und Frauen bis 25 Jahre gemeldet, die keinen Job haben. Das sind 488 weniger als im August - minus 16,1 Prozent. Doch diese Zahl ist mit Vorsicht zu genießen. Gerade im August waren zahlreiche junge Menschen arbeitslos gemeldet, weil sie zum Beispiel gerade ihre Ausbildung abgeschlossen hatten und noch ohne Job waren. Diese Schere hat sich mittlerweile in vielfach geschlossen. Aber auch diese Zahl ist erfreulich: Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der jüngeren Arbeitslosen um 352 ab.

(RP)