Mönchengladbach: Anwohner fordern Parkausweise

Mönchengladbach : Anwohner fordern Parkausweise

Kostenlose Parkplätze in der Rheydter Innenstadt werden immer rarer. Anwohner kämpfen um die Einführung von Parkausweisen. Dafür muss eine Studie angefertigt werden – doch in drei Jahren hat sich kaum etwas getan.

Kostenlose Parkplätze in der Rheydter Innenstadt werden immer rarer. Anwohner kämpfen um die Einführung von Parkausweisen. Dafür muss eine Studie angefertigt werden — doch in drei Jahren hat sich kaum etwas getan.

Die Mühlen der Bürokratie malen oft langsam — auch in Rheydt. Dort kämpft Marcel K., der seinen vollen Namen nicht nennen möchte, seit drei Jahren für die Einführung von Bewohnerparkausweisen. Er wohnt in einem Gebiet zwischen Nordstraße, Friedrich-Ebert-Straße, Gartenstraße und Mühlenstraße. Teilweise stehen dort Parkscheinautomaten, wie auf der unteren Brucknerallee, teils gilt eine zeitliche Beschränkung der Parkdauer durch Parkscheiben. Ausnahmen gibt es keine, auch nicht für die Anwohner.

Sieben Euro pro Tag

Das ärgert Marcel K. Sechs Tage die Woche von 9 bis 19 Uhr kostet das Parken vor seiner Haustür einen Euro pro Stunde. Einige Meter weiter kostet es nichts, dafür muss er aber alle zwei Stunden umparken — keine Alternative. "Eine Zeit lang war es wirklich heftig", klagt er. "Da habe ich täglich bis zu sieben Euro bezahlt."

Erst in den letzten Jahren habe sich die Parkplatzsituation durch Schulen, Geschäfte und neue Kindergärten verschlechtert, "die Nutzungskonkurrenz um die Parkplätze" sei gestiegen, sagt Reinhold Gerhards, Leiter des Ordnungsamtes. Doch bevor Bewohnerparkausweise eingeführt werden können, braucht es eine Studie. "Die ist erforderlich, um eine Vorstellung zu bekommen, wie hoch der Parkraumbedarf ist", erklärt Bezirksvorsteher Karl Sasserath. Es müsse genau gezählt werden, wie viele Anwohnerautos auf wie viele Parkplätze kommen, private Garagen eingerechnet.

Dann legt das Planungsamt ein Konzept vor: Soll es eigens für Anwohner reservierte Parkplätze geben? Und wie sieht es in den Zonen mit Parkscheinautomaten aus? Wird dann ein Konzept beschlossen, erfolgt die Umsetzung durch die Straßenverkehrsbehörde: neue Schilder, eventuell neue Automaten. Das alles braucht seine Zeit. Mit mindestens einem Dreivierteljahr rechnet Sasserath.

Ärgerlich für die Anwohner und den Bezirksvorsteher — besonders, weil der Beschluss für die Erhebung inzwischen fast drei Jahre alt ist und bis heute nicht umgesetzt wurde. Aus der Stadtverwaltung war zu vernehmen, dass andere Prioritäten gesetzt wurden — einige Dinge lägen eben oben auf dem Stapel, andere weiter unten.

Marcel K. muss sich also vorerst noch gedulden. Sein Vorschlag, eine "unbürokratische Zwischenlösung" für die Übergangszeit zu schaffen, wurde aus planerischen Gründen abgewiesen. "Darüber herrschte völlige Uneinigkeit", sagt er. "Aber bin ich froh, dass die Sache endlich in die Gänge kommt."

(RP)
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