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Mönchengladbach: Anwohner bangen um Innenstadtkarree

Mönchengladbach : Anwohner bangen um Innenstadtkarree

Weil die Caritas weitere Parkplätze errichten will, fürchten Anwohner, dass noch mehr Bäume im Innenstadtkarree weichen müssen. Dies sei schon einmal geschehen. Die grüne Lunge der City werde zerstört, sagen sie.

Viele Anwohner des grünen Karrees zwischen Albertus- und Bismarckstraße sind auf dem Baum. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn auf der innerstädtischen Grünfläche zwischen Albertus- und Bismarckstraße will die Caritas ihren Parkplatz erweitern. Schon einmal habe die Caritas dort Bäume fällen lassen. Jetzt könnte das Gleiche noch einmal passieren, befürchten die Anwohner. Und dann wäre der innerstädtische grüne Platz, auf dem viele Vögel leben, zerstört. Galerist Dietmar Löhrl ist empört: "Wie konnte die Stadt so etwas genehmigen? Das ist hier eine kleine grüne Lunge mitten in der Stadt." Und auch die Medizinerin Ute Zimmermann ist entsetzt: "Das war hier ein kleines Paradies nicht nur für die Kinder des angrenzenden Kindergartens, sondern auch für alle, die hier leben und arbeiten."

Schon einmal habe die Caritas versucht, ihre Stellflächen auf dem Innengelände zu erweitern. Doch wegen des massiven Widerstands der Anwohner sei zunächst verzichtet worden, berichtet Ute Zimmermann, deren Praxisräume an dem Innenstadtkarree liegen.

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Caritas-Geschäftsführer Frank Polixa bestätigt, dass im Innenstadtkarree zehn neue Stellflächen entstehen sollen. "Wir haben immer mehr Mitarbeiter und immer mehr Hilfesuchende. Deshalb wollen wir unseren Parkplatz moderat erweitern. Wir hätten auch wesentlich mehr bauen können, aber wir lassen noch einen Grünstreifen bestehen." Ein Baum müsse wahrscheinlich weichen. "Aber wir sind bemüht, den Mammutbaum auf dem Grundstück zu erhalten", versichert der Caritas-Geschäftsführer. Für die Erweiterung des Parkplatzes habe man eine Fläche mit dem Kindergarten getauscht. Die Kita erhalte nun einen neuen Spielplatz, der näher an ihren Räumen liege. Dies sei auch für den Kindergarten günstiger, sagt Polixa. Und: "Die Kinder haben dann kürzere Wege."

Ute Zimmermann ist nicht nur böse, weil das innerstädtische grüne Karree zerstört wird, sie ärgert sich auch darüber, dass die Anwohner erst an dem Tag informiert wurden, an dem die Arbeiten mit dem Abriss eines Pavillons begannen. Dietmar Löhrl berichtet, dass er sogar gar keine Informationen bekommen habe.

Frank Polixa erklärt dazu, dass die unmittelbaren Anwohner schon länger Bescheid wussten. "Dass die Arbeiten jetzt beginnen werden, wussten wir auch erst nach den Herbstferien. Die ausführenden Firmen hatten ein gewisses Zeitfenster", sagt er.

Ute Zimmermann hat große Sorgen: "Wir haben keine Garantie, dass es dabei bleibt und nicht irgendwann noch mehr Stellflächen entstehen und noch mehr Bäume fallen. Dann ist es vorbei mit dem Vogelgezwitscher mitten in der Innenstadt." Und sie gibt zu bedenken: "Mehr Parkplätze heißt auch mehr Verkehr in diesem Bereich."

(RP)