Mönchengladbach: Anti-Gewalt-Projekt dank Geld aus USA

Mönchengladbach : Anti-Gewalt-Projekt dank Geld aus USA

"Boxenstopp" ist das größte Schulprojekt, das es in Gladbach je gab: Fast 7000 Grundschüler und 1000 Lehrer lernen, wie man Konflikte löst. Rotary International gibt über 100 000 Dollar – auch, weil so viele hiesige Firmen spendeten.

"Boxenstopp" ist das größte Schulprojekt, das es in Gladbach je gab: Fast 7000 Grundschüler und 1000 Lehrer lernen, wie man Konflikte löst. Rotary International gibt über 100 000 Dollar — auch, weil so viele hiesige Firmen spendeten.

RP-Karikaturist und Rotary-Mitglied Nik Ebert zeichnete das Logo. Foto: Nik Rotary

Noch nie hat es an Gladbacher Schulen ein vergleichbar großes Projekt gegeben. Und die Sozialpädagogen des Unternehmens "Gewaltfrei Lernen" sind ziemlich sicher, dass es überhaupt noch nie in Deutschland einen so groß angelegten Versuch gab, Schülern und Lehrern Methoden zu vermitteln, wie man Gewalt schon im Ansatz vermeidet. Schulamtsdirektorin Ursula Schreurs-Dewies kann schon nach den ersten Einführungsabenden an den 23 beteiligten Grundschulen feststellen: "Boxenstopp ist ein wunderbares und effektives Programm. Die vermittelten Methoden sind leicht erlernbar und sofort anwendbar. Die Rückmeldungen der Lehrer sind ausgesprochen positiv."

Das überrascht Dr. Johannes Großmann, Präsident des Rotary Clubs Mönchengladbach, zwar nicht. Denn er hat, wie viele andere Mitglieder des Clubs, an den Elternabenden selbst teilgenommen. Auch er sagt: "Ich bin wirklich beeindruckt von der Arbeit des Teams." Freuen tut ihn das Lob aus berufenem Munde gleichwohl. Denn es zeigt sich schon jetzt, dass sich der immense Aufwand, den die Rotarier betrieben haben, lohnen wird. Der Club gab nicht nur selbst Geld, er sammelte auch bei Sponsoren in der Stadt. Was dabei zusammen kam, übertraf die Erwartungen — und half den ganz großen Coup zu landen. Denn "Boxenstopp" wird, wie seit wenigen Wochen klar ist, nun sogar als einiges von wenigen Projekten aus Deutschland von Rotary International mit Sitz in den USA gefördert — und zwar mit mehr als 100 000 US-Dollar. Das bedeutet: Für das Anti-Gewalt-Training stehen jetzt fast 225 000 Euro zur Verfügung — komplett aus Spenden finanziert. Das hat es ermöglicht, den Kreis der Teilnehmer auszuweiten: 273 Klassen mit fast 7000 Schülern und fast 1000 Lehrern und Betreuern sind dabei. Und das Training kann nun noch nachhaltiger angelegt werden. Es läuft ohnehin bis 2015. Um weitere Jahrgänge einzubeziehen, reichen wahrscheinlich die Mittel lokaler Sponsoren.

Wie wichtig das Thema ist, haben die Rotarier vorab selbst bei einer Umfrage an den Gladbacher Grundschulen ermittelt. Das Ergebnis: In neun von zehn der befragten Grundschulen kommen körperliche Schikanen, Beleidigungen und Erniedrigungen häufig oder sehr häufig vor.

(RP)