Mönchengladbach: Anmut und mitreißende Aktion

Mönchengladbach : Anmut und mitreißende Aktion

Stunts auf Motorcrossrädern, riskante Akrobatik und Ästhetik: Das zeigt die Show im Zirkus Flic Flac.

Gelbes Licht durchflutet das weite Rund im Zelt des Zirkus Flic Flac. Rund 1500 Besucher warten auf eine Show, die mitreißt, den Zuschauern den Atem stocken lässt und für Momente größten Jubels sorgt. Dann geht das Licht aus. Es herrscht völlige Finsternis. "Farblos" heißt das Spektakel, mit dem die Artisten noch bis zum 13. Mai auf dem Messegelände im Nordpark zu sehen sind.

Ein Seitenhieb auf Helene Fischers Stadiontour "Farbenspiel" liegt nahe. Dann schießen riesige Feuerfontänen aus der Manege, die eigentlich eine runde Bühne ist. Auf den steilen Rängen wird es heiß. Die Show beginnt. Sie ist die Fortsetzung der "Höchststrafe"-Tour, mit der der Zirkus 2015 in Gladbach gastierte.

Das Artistenpaar "Fery & Sophie" turnt auf Rhönrädern. Das Duo Olha und Pavlo besorgt mit Tanzästhetik im Regen das Finale. Das Artistenpaar "Fery & Sophie" turnt auf Rhönrädern. Das Duo Olha und Pavlo besorgt mit Tanzästhetik im Regen das Finale. Foto: Detlef Ilgner

"Die Zeit der Gefangenschaft ist vorbei", sagt eine Stimme aus dem Nichts. Gleich zum Start steigen vier Artisten in das Todesrad. Es beginnt, sich zu drehen. Die Artisten zeigen waghalsige Sprünge, die manchmal am Rande eines Sturzes sind. Ein gelungener Auftakt. Viktar Shainoha turnt während der Abbauarbeiten an zwei Tüchern über der Bühne und lässt vor allem die weiblichen Zuschauer dank nacktem Oberkörper jubeln.

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Das Artistenpaar "Fery & Sophie" turnt danach anmutig am Rhönrad. Dass die Knastinsassen von 2015 wieder auf freiem Fuß sind, zeigt das Battle zweier Streetgangs auf einem Schleuderbrett. Die Artisten katapultieren sich in große Höhen, zeigen dabei Überschläge. Nach soviel Aktion braucht das Publikum Entspannung. Die besorgt Patrick Lemoine. Der Deutsch-Brite tritt als eine Mischung aus Jongleur und Comedian auf.

Weiter geht´s dem Höhepunkt entgegen. Auf dem Dach eines Polizeiautos zeigt Cristina Garcia in wenig Lack und Leder eine Vorführung in Cortortion und verbiegt sich dabei beinahe unmenschlich. Erneut geht das Licht aus. Wenige Sekunden später ist das Zelt hell erleuchtet.

Aus dem Nichts schießen drei Motorcrossräder über eine Rampe ins Zelt, springen über Zuschauer und Bühne hinweg und landen krachend auf der anderen Zeltseite. In der Luft zeigen sie riskante Stunts. Die Luft ist von Abgasen geschwängert. Der erste Showteil hat seinen würdigen Abschluss gefunden.

Im Anschluss an die Pause gibt es rasante Aktion auf dem Trampolin. Sechs Artisten zeigen, wie hoch diese Geräte einen Menschen springen lassen können. Alain Alegria turnt danach am Trapez - ungesichert. Seine Darbietung, bei der er sich einmal abfangen muss, lässt dem Publikum den Atem stocken. Das ist nichts für schwache Nerven.

Rasant ist die Darbietung dreier Jongleure im Stile von Breakdancern. Die coolen Jungs sorgen für flottes Tempo. Eine Liebesgeschichte an zwei Bändern, hoch oben unter der Zirkuskuppel, erzählt das Duo Turkeev. Sie zeigen anmutige Figuren, lassen Gold regnen und sorgen für eine gewisse Romantik, die in einem leidenschaftlichen Kuss mündet.

Die Adrenalin Crew gehört kurz vor dem Ende zu den Höhepunkten. Sieben Artisten formen auf einem Hochseil eine Pyramide, die im vergangenen Jahr mit dem Silbernen Clown von Monte Carlo ausgezeichnet wurde. Ein spannender Moment, der beim Publikum für großen Jubel sorgt. Das Finale besorgt das Duo Olha und Pavlo. Im strömenden Regen, der sich von der Zeltdecke ergießt, zeigen sie einen ästhetischen Tanz mit schwierigen Hebefiguren. Nach jeder Menge Aktion ein Ende mit viel Gefühl.

Dann herrscht beinahe Finsternis. Gestalten in schwarzen Umhängen schreiten über die Bühne. Das Rund fällt in völlige Dunkelheit und erstrahlt kurz danach in gleißendem Licht. Die Artisten stehen auf der Bühne. Jetzt tragen sie nicht mehr Schwarz, sondern Weiß.

(RP)