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Mönchengladbach: Angeklagter widerrief Geständnis

Mönchengladbach : Angeklagter widerrief Geständnis

Aufmerksam verfolgte der Mönchengladbacher (20) gestern die Verlesung der Anklage und ließ den Staatsanwalt dabei nicht aus den Augen. Kein Wunder, schließlich warf der Anklagevertreter dem jungen Mann im dunklen Kapuzenpullover vor, am 29. Dezember 2006 eine Erkelenzerin mit 13 Messerstichen getötet zu haben. Laut Anklage soll der frühere Sonderschüler die 29 Jahre alte Freundin damals in deren Wohnung in Erkelenz besucht haben, weil er ihr Geld für Drogen bringen sollte. Bald sei es zum Streit gekommen. Nach einer Rangelei soll er mit einem Brotmesser zugestochen haben, bis sich die Frau nicht mehr bewegte.

Verantworten muss er sich vor der Ersten Jugendkammer am Mönchengladbacher Landgericht. Doch der 20-Jährige sorgte gestern für eine große Überraschung. Nach Angaben zur Person, ließ er durch seine Verteidigerin erklären: „Mein Mandant bestreitet die Tötungs-Vorwürfe und bestreitet alle Angaben, die er früher beim Haftrichter und bei der Polizei gemacht hat.“ An dem Dezembertag sei er tatsächlich nach Erkelenz gefahren und habe die Freundin in der Wohnung gefunden: „Sie lag reglos auf dem Bett.“ Dann habe er seine Eltern informiert.

Gemeinsam habe man das Schlafzimmer des Opfers aufgesucht und den Notarzt gerufen. „Der Angeklagte war damals in einer Ausnahmesituation und überfordert“, so die Verteidigerin. “Ja, so war es“, ergänzte der Gladbacher. Weitere Fragen zur Tat wollte er nicht beantworten.

Zuvor hatte der 20-Jährige eine chaotische Schullaufbahn und eine abgebrochene Maler - und Lackiererlehre geschildert. „Mit 16 Jahren habe ich mit Marihuana und Alkohol angefangen“, so der junge Mann gestern. Aber süchtig sei er nie gewesen. Die Erkelenzerin hatte er allerdings während einer Drogentherapie in Gangelt kennengelernt.

Heute sollen die ersten Zeugen aussagen.

(RP)