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Mönchengladbach: Angeklagter soll 64-Jährige vergewaltigt haben

Mönchengladbach : Angeklagter soll 64-Jährige vergewaltigt haben

Gibt es noch einen zweiten Tatverdächtigen? Der Verteidiger des Schweißers macht Andeutungen.

Wegen besonders schwerer Vergewaltigung muss sich seit gestern ein Mönchengladbacher (44) vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts verantworten. Der Verteidiger des 44-jährigen Schweißers machte sofort klar, dass sein Mandant die schreckliche Tat bestreite. Der Gladbacher bedauere das Opfer, eine 64 Jahre alte Engländerin, aber er könne sich nach einer alkoholreichen Nacht an nichts mehr erinnern.

Tatsächlich soll der Angeklagte, der auch nach einer Therapie seine Tage als Alkoholiker verbringt, am 14. Juli vergangenen Jahres gegen Mitternacht in einer Gaststätte an der Bahnhofstraße das spätere Opfer kennengelernt haben. Die beiden sollen sich in der Sommernacht unterhalten und gemeinsam Alkohol konsumiert haben. Das wird auch vom Anwalt des 44-Jährigen sinngemäß bestätigt: "Der Angeklagte war in dem Lokal, und die beiden haben auch miteinander gesprochen."

Zugleich beschwerte sich der Verteidiger. Die Ermittlungsbehörde habe sich geweigert, noch in einer anderen Richtung zu ermitteln. Es gebe noch einen Tatverdächtigen, der auch in der Gaststätte gewesen sei und ebenfalls mit dem späteren Opfer gesprochen habe. Die Anklage geht allerdings davon aus, dass der Gladbacher gegen 6.30 Uhr der Britin angeboten habe, sie zu einer Tankstelle zu begleiten. Da könne sie ein Taxi bestellen. Auf dem gemeinsamen Fußweg soll der Mann ihr eine Abkürzung vorgeschlagen und sie dabei in ein Waldstück gelotst haben. Hier soll er, so die Staatsanwaltschaft, die Frau geschubst, zu Boden gedrückt und mit einem Holzteil auf den Hinterkopf geschlagen haben.

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Danach soll der Angeklagte das völlig verängstigte Opfer entkleidet und sich mehrfach mit brutaler Gewalt an der hilflosen Frau vergangen haben. Danach habe der Mann das Opfer am Tatort verlassen und sei gegangen, so sei nach Ansicht der Anklage das Ermittlungsergebnis. Doch der 44-Jährige blieb gestern dabei, so etwas mache er nicht. Außerdem habe er aus der Vergangenheit gelernt. Offenbar deutete der Mönchengladbacher damit auf eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten wegen versuchter Vergewaltigung. Dazu hatte ihn das Landgericht 1993 verurteilt. Diesmal soll ihn vor allem ein durch die Polizei veröffentlichtes Phantombild auf die Anklagebank gebracht haben.

Für den Prozess sind fünf Verhandlungstermine angesetzt. Gestern hatte das Gericht das Opfer als Zeugin geladen. Die Öffentlichkeit wurde dabei ausgeschlossen.

(RP)