Mönchengladbach: Angeklagter ließ sich von Frauen aushalten

Mönchengladbach: Angeklagter ließ sich von Frauen aushalten

Offen gab der schwarzafrikanische Asylbewerber (24) gestern vor dem Mönchengladbacher Schwurgericht zu, jeden Tag Drogen zu konsumieren und reichlich Alkohol zu trinken.

Erstaunt fragte der Schwurgerichtsvorsitzende den aus Guinea stammenden Angeklagten, womit er das alles finanziere. "In Diskotheken lerne ich ältere Frauen kennen, die mir Geld geben", ließ der in einem Wegberger Wohnheim lebende Mann durch eine französische Dolmetscherin übersetzen. Tatsächlich wirft die Staatsanwaltschaft dem Schwarzafrikaner versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor.

So soll er am Morgen des 9. April in einer Mönchengladbacher Wohnung mit einem Fleischermesser auf einen vermeintlichen Nebenbuhler eingestochen haben. Wahrscheinlich aus Eifersucht, weil er geglaubt habe, seine Ex-Freundin habe eine Beziehung zu dem Mitarbeiter(57) der Stadt aufgenommen. Die 49-jährige frühere Lebensgefährtin soll sich damals erst eine Woche zuvor von dem Angeklagten getrennt haben. An die Messerstecherei konnte sich der Wegberger gestern nicht erinnern, machte aber bereitwillig Angaben zum Lebenslauf und zum Tattag.

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In seiner Heimat habe er als Schuhputzer und Hafenarbeiter seinen Lebensunterhalt verdient und sei später nach einem Aufenthalt in Spanien in der Bundesrepublik gelandet. Am Tattag im April sei er von dem 57-jährigen Bekannten der Ex-Freundin aufgefordert worden, deren Wohnungsschlüssel zurückzubringen. Offenbar wollte die Frau von dem Angeklagten nichts mehr wissen. Er klingelte an der Wohnungstür des Bekannten und brachte die Wohnungsschlüssel mit. Man habe zu dritt, die Ex-Freundin war auch dabei, Weinbrand getrunken. Es habe Streit gegeben. Danach wisse er nichts mehr und könne sich auch nicht an ein Messer erinnern.

Der 57-jährige Stadt-Mitarbeiter konnte sich dagegen noch sehr gut an den Aprilmorgen erinnern. Der Angeklagte habe bei ihm geklingelt, weil er den Wohnungsschlüssel der Ex-Freundin bringen sollte. Die 49-jährige Frau, ebenfalls eine Schwarzafrikanerin, hielt sich in der Wohnung auf und erklärte dem Angeklagten, dass sie mit ihm Schluss machen wolle. Die Situation eskalierte. Der 24-Jährige schrie: "Du Hurensohn, ich bringe dich um, ich töte dich." Dann holte er aus der Küche ein Fleischermesser und stach auf den Wohnungsinhaber ein, so die Aussage des 57-Jährigen. Ein Nachbar (55) rief die Polizei. Das Opfer, das damals mehrere Schnittverletzungen erlitt, konnte sich in die Nachbarwohnung flüchten. Der Angeklagte wurde später festgenommen.

(RP/rl)
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