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Angeklagter aus Mönchengladbach sagt aus, Heroin und Kokain genommen zu haben

Prozess : Angeklagter Mönchengladbacher nahm Heroin und Kokain

Der Mönchengladbacher soll bereits mit 13 in Kontakt mit Drogen gekommen sein. Jetzt muss er sich auch wegen Beteiligung an einem Mordversuch verantworten.

Im Prozess wegen Beteiligung an einem Mordversuch, erpresserischen Menschenraubs und gefährlicher Körperverletzung hat der Staatsanwalt am Montag zunächst weiteres Prozessaktenmaterial an die Kammer übergeben. Dieses enthielt das Ergebnis weiterer polizeilicher Ermittlungen zu 1400 ausgetauschten Whats-App-Nachrichten der drei Angeklagten. Da darunter viele Sprachnachrichten seien, sei noch nicht alles verschriftlicht, die Verteidiger erhalten das übrige Material daher digital. Zudem machte ein Angeklagter aus Mönchengladbach Angaben zu seiner Person, zwei weitere Männer behalten sich weiter vor, später auszusagen.

Die Vorwürfe wiegen schwer: Zwei Viersener sollen einen Bekannten in der Wohnung des einen Angeklagten angekettet und misshandelt haben. Nach dem Versuch, Geld von seiner Familie zu erpressen, soll der Plan laut Staatsanwaltschaft gewesen sein, diesen Mann später zu töten. Doch die beiden Angeklagten schliefen ein, der Geschädigte konnte fliehen. Der Angeklagte, der am Montag aussagte, soll mit einem der Viersener zwei weitere Morde geplant haben, die jedoch nicht ausgeführt wurden.

Der 43-Jährige erklärte, im Alter von einem Jahr adoptiert worden zu sein. Seine leibliche Mutter sei drogenabhängig gewesen. Bereits im Alter von 13 Jahren sei er selbst in Kontakt mit Drogen gekommen, habe trotz mehrerer Entzüge bis zu seiner Verhaftung mehrere Gramm Kokain und Heroin pro Tag konsumiert. Die Drogen habe er durch Diebstähle finanziert.

Der Verteidiger eines 30-Jährigen aus Viersen beantragte, ein zweites psychiatrisches Gutachten für seinen Mandanten erstellen zu lassen, das dessen verminderte Schuldfähigkeit zum Tatzeitpunkt beweisen solle. Das vorliegende Gutachten sei nicht verwertbar, da es fehlerhaft durchgeführt worden sei, es zeige eine „unprofessionelle Diagnostik“ und weise „bedeutsame Fehler“ auf. Zu den widersprüchlichen Aussagen des Angeklagten zu seinem Suchtverhalten sowie dem Hang, sich selbst zu verletzen, habe die Sachverständige zu wenige Rückfragen gestellt. Die Kammer wird in der nächsten Sitzung ihre Entscheidung bekannt geben. Der Prozess wird am 24. September fortgesetzt.

(eva)