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TV-Duell zwischen Bude und Reiners: Analyse: Was den Kampf um die Abtei entscheiden wird

TV-Duell zwischen Bude und Reiners : Analyse: Was den Kampf um die Abtei entscheiden wird

Sie sind einander von Alter, Habitus und Auftreten her ähnlich. Klar: Norbert Bude ist in der SPD, Hans Wilhelm Reiners in der CDU. Aber alle beide würden in der jeweils anderen Partei nicht wie Fremdkörper wirken. Dieses Duell um das Oberbürgermeister-Amt wird nicht mit Florett und nicht einmal mit dem Holzhammer ausgetragen.

Es ist mehr nüchterne Debatte als kraftvoller Schlagabtausch. Bude und Reiners — beide mehr Meister des Kompromisses als der politischen Blutgrätsche — pflichten einander auch in öffentlichen Diskussionen erstaunlich oft bei, versuchen sich eher in den Nuancen zu profilieren.

Beide Rollen sind einerseits dankbar und andererseits nicht unkompliziert. Reiners kann als Herausforderer Finger in Wunden legen, Fehler Budes ausweiden und kann behaupten, er mache das alles besser. Das wirkt allerdings nur dann überzeugend, wenn man ihm das Amt auch wirklich zutraut. Bude wiederum profitiert von seiner Bekanntheit, vom Bonus des Amtes, das Souveränität verleiht. Das funktioniert nur, wenn er auf kritische Fragen souverän und nicht dünnhäutig reagiert. So ist denn den beiden die Ähnlichkeit ihrer Argumentation bewusst, sie ist ihnen aber unterschiedlich recht. Während Reiners sich öfters implizit und manchmal sogar explizit dafür entschuldigt, dass er die Dinge ähnlich sieht wie Bude, sucht der Oberbürgermeister eher den Schulterschluss mit seinem Kontrahenten. Budes Botschaft heißt: Sehr her, er findet es wie ich — und ich bin der Erfahrene. Reiners Botschaft heißt: Ich habe das Format und werde keine unnötigen Palastrevolutionen anzetteln.

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Für den Herausforderer ist es gefährlich, wenn er vom Amtsinhaber nicht ausreichend unterscheidbar ist, wenn nicht jeder seine Botschaft nachbeten kann. Für jeden Amtsinhaber steigt mit wachsender Dauer seiner Tätigkeit die Gefahr, dass die Wähler — so wie sie alle paar Jahre ihr Wohnzimmer neu tapezieren — mal wieder ein neues Gesicht haben wollen. Haben die Gladbacher nach zehn Jahren Lust auf Wechsel? Und auf genau diesen, eher sanften Wechsel? Die Antworten auf die beiden Fragen entscheiden die Wahl.

(jüma)