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Mönchengladbach: Ampel will 1,7 Millionen für Planung der Bücherei

Mönchengladbach : Ampel will 1,7 Millionen für Planung der Bücherei

Neubau soll 12 Millionen Euro kosten, eine Sanierung plötzlich sieben. Für die Opposition ist das hochgradig unseriös.

Nur wenige Minuten, nachdem Kämmerer Bernd Kuckels gestern dem Finanzausschuss erläutert hatte, dass die Stadt beim Stärkungspakt Stadtfinanzen wahrscheinlich 30 Millionen Euro weniger vom Land bekommen wird als bisher erwartet, beschlossen SPD, Grüne und FDP dies: 1,74 Millionen Euro — und damit doppelt so viel wie bisher geplant — werden 2013 und 2014 allein für die Planung des Neubaus einer neuen Stadtbibliothek im Haushalt vorgesehen.

Warum dafür so viel Geld nötig ist, vermochten weder die drei Parteien noch der Baudezernent Andreas Wurff schlüssig darzustellen. Der sprach von einem Architektenwettbewerb, der sicherstellen soll, dass "von der Baukultur her ein echtes Highlight entsteht. Das ist eine einmalige Chance für die Stadt", sagte Wurff. Dieser Wettbewerb solle 800 000 Euro kosten. 750 000 Euro, die eigentlich im Zusammenhang mit dem Bau des Nordrings einkalkuliert worden waren, würden nun doch nicht gebraucht und könnten für die Stadtbibliothek verwendet werden. Eine ursprünglich eingerechnete Brücke sei nicht nötig. Auf mehrfache Nachfrage des ortskundigen CDU-Ratsherrn Rolf Besten wurde dann aus der Brücke schließlich eine Unterführung.

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"Was Sie da machen, ist in allerhöchstem Maße unseriös", staunte ein sichtlich konsternierter Klaus Oberem (FWG). Der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Hans-Peter Schlegelmilch ist sicher: "Dieser Neubau ist ein Wolkenkuckucksheim und wird nie gebaut. Und Sie wissen das auch genau", sagte er in Richtung Ampel. Für die hielt Lothar Beine (SPD) fest: "Die Ampel steht geschlossen und fest zum Neubau der Bibliothek." Dass diese "selbstverständlich zwischen zehn und zwölf Millionen Euro" kosten werde, sei ihm sehr wohl bewusst. Wie die Argumentationslinie bei der weiteren Diskussion verlaufen soll, wurde auch klar. Denn fast minütlich wurde die wegen Brandschutz notwendige Sanierung des Gebäudes an der Albertusstraße teurer. Lothar Beine bezifferte die Kosten für Brandschutz und energetische Sanierung auf "Minimum fünf Millionen Euro". Dezernent Wurff sprach kurz darauf gar von sieben Millionen Euro, die nötig wären, um das Gebäude herzurichten. Schließlich sei ja auch eine Verbesserung der Funktionalität dringend erforderlich.

(RP)