Schwalmtal/Mönchengladbach: Amokschütze zu 15 Jahren Haft verurteilt

Schwalmtal/Mönchengladbach : Amokschütze zu 15 Jahren Haft verurteilt

Kaltblütig tötete er bei einer Hausbesichtigung im niederrheinischen Schwalmtal zwei Rechtsanwälte und einen Gutachter: Nun muss der 72-jährige Amokschütze den Rest seines Lebens in einem geschlossenen psychiatrischen Krankenhaus verbringen.

Das Mönchengladbacher Landgericht verurteilte den geständigen Rentner am Dienstag wegen dreifachen Mordes und des versuchten Mordes an einem weiteren Gutachter zu 15 Jahren Haft. Gleichzeitig ordnete das Gericht seine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an.

"Die Unterbringung wird dauerhaft sein", sagte der Vorsitzende Richter Lothar Beckers bei der Urteilsbegründung. Ein psychologischer Gutachter habe den 72-Jährigen als "nicht therapierbar" eingestuft. Mit einer Strafverbüßung sei deshalb nicht zu rechnen. Der Richter betonte: "Der Angeklagte ist für die Allgemeinheit wegen seines Zustands gefährlich."

"Für die Allgemeinheit gefährlich"

Nach Auskunft der psychologischen Gutachter leidet der Mann unter einer schweren seelischen Störung oder Abartigkeit. Zudem ist eine beginnende Demenzerkrankung festgestellt worden. Dies hielt das Gericht auch davon ab, eine lebenslange Haftstrafe zu verhängen. Die Morde seien zwar heimtückisch, aber nicht aus niedrigen Beweggründen begangen worden, betonte Beckers.

Der 72-Jährige hatte im August 2009 die Rechtsanwälte und den Gutachter bei einer Hausbesichtigung erschossen. Das Haus der Tochter sollte nach deren Scheidung zwangsversteigert werden. Vater und Tochter wähnten aber ein Komplott der Anwälte und Gutachter gegen ihre Familie.

"Es lässt sich annehmen, dass die Tochter ihn in diesem Wahn bestärkt hat", sagte Richter Beckers. Es habe eine "paranoide dynamische Entwicklung" gegeben. Der 72-Jährige hatte seine Tat vor Gericht offen eingestanden, aber keine Reue gezeigt.

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(DDP/tme)
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