Mönchengladbach: Alter Charme mit neuer Technik

Mönchengladbach : Alter Charme mit neuer Technik

Die Sanierung des Maria-Lenssen-Berufskollegs ist nach knapp zwei Jahren abgeschlossen. Das denkmalgeschützte Gebäude an der Werner-Gilles-Straße präsentiert sich in frischen Farben.

Historisches wurde aufgemöbelt und bildet eine gelungene Symbiose aus Alt und Neu. Bei näherer Betrachtung der Wände im Eingangsbereich und in allen anderen Stockwerken ist die Sanierung des Berufskollegs nicht nur zu riechen — sie leuchtet auch in kräftigen Farben, die die Wände schmücken.

Maria Lenssen wäre jetzt wohl ganz bestimmt stolz auf ihre neue — alte Schule. Das dreistöckige Hauptgebäude kann sich nach knapp zweijährigen Sanierungsarbeiten wieder in seiner vollen Pracht präsentieren. Die Verantwortlichen bewältigten die Aufgabe, das seit 1985 unter Denkmalschutz stehende Gebäude grundlegend zu sanieren, mit Fingerspitzengefühl und viel Fachkompetenz.

Auf den neusten Stand sollte es gebracht werden. Dabei durften weder technische und energietechnische Aspekte noch der Brandschutzgesichtspunkt außer Acht gelassen werden. Zudem sollten möglichst viele originale Bestandteile und Strukturen erhalten bleiben, damit das Gebäude nicht seinen alten Charme verliert. Eine nicht ausreichende Wärmedämmung, Risse im Putz, feuchte Stellen, abgenutzte Böden und Rohrbrüche — dies alles gehörte wohl nicht zum alten Charme des Gebäudes.

Im Rahmen des Konjunkturpaketes II flossen etwa 5,88 Millionen Euro in die Sanierung des Berufskollegs. Die Stadt Mönchengladbach steuerte einen Anteil von 12,5 Prozent bei. Die Planung und Leitung der Baumaßnahmen übernahm das Mönchengladbacher Architekturbüro Jensen und Görgl. "Das Besondere ist, dass wir es hier mit der Substanz von vor 100 Jahren zu tun haben. Nur ist sie etwas aufgefrischt", sagt Diplom-Bauingenieur Rainer Jensen.

"Jede Etage hat eine andere Farbe", so Architektin Ulrike Görgl. Die Farbgebung ist wie damals, nur wirkt sie heute frischer und weniger dunkel. Wichtig sei auch gewesen, vorhandene Türen im Hinblick auf den Brandschutz zu optimieren und neue Feuerschutztüren in den Fluren einzufügen. Gerade in der ersten Etage sei dies von besonderer Bedeutung, denn nur hier dürfen die Ausstellungen der Schüler präsentiert werden.

Als sich die Unfallkasse wegen der Sanierungsarbeiten zu Wort meldete und bemängelte, dass das Geländer im Treppenhaus nach heutigen Sicherheitsnormen drei Zentimeter zu niedrig sei, wurde Ulrike Görgl vor eine nicht leicht zu lösende Aufgabe gestellt. Mit einem hölzernen Handlauf, der über dem Geländer zu schweben scheint, sorgte sie jedoch dafür, dass auch hier der Charakter erhalten blieb.

Zwar können die 1200 Schüler nun nicht mehr auf dem Geländer herunterrutschen, sich jedoch über neue Böden, Sanitäranlagen und neue Heizkörper und Fenster mit Zweischeibenisolierung freuen. Auch Schulleiter Ulrich Reipen ist mit der Arbeit zufrieden: "Den Baulärm und Schmutz haben wir mit Blick auf das Ergebnis gerne in Kauf genommen."

(RP)
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