Mönchengladbach: Altar und Ambo verschwinden aus Kamillus

Mönchengladbach : Altar und Ambo verschwinden aus Kamillus

Das Bistum betont, dass die Kirche im August entweiht wird. Gottesdienste gibt es dann nicht mehr.

Nach der Profanierung wird St. Kamillus keine Kirche mehr sein. Das hat gestern der Informationsdienst des Bistums Aachen klargestellt. Jessen-Geschäftsführer Ulrich Bücker hatte in der vergangenen Woche von einer Teil-Entwidmung gesprochen. Der Altar bleibe geweiht, und das Bistum müsse entscheiden, ob in St. Kamillus weiterhin die Heilige Messe gefeiert werden darf. Das ist so nicht richtig.

Das Bistum teilte mit: "Die Kirche St. Kamillus in Mönchengladbach wird am Sonntag, 17. August, vollständig profaniert." Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Leiter der Hauptabteilung Pastoral-Schule-Bildung im Bischöflichen Generalvikariat, wird im Auftrag von Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff in der Abschiedsmesse, die um 10 Uhr beginnt, die Entwidmungsurkunde verlesen. Mit der Eucharistiefeier wird das gesamte Kirchengebäude entwidmet. Rolf-Peter Cremer: "Es ist dann keine Kirche mehr. Deshalb kann dann dort auch keine Eucharistie mehr gefeiert werden." Der Altar und das Ambo werden entfernt.

Bereits vor vier Jahren hatte die Ordensleitung der Kamillianer das Gelände mit ehemaligem Krankenhaus und Kirche St. Kamillus an einen privaten Investor (Jessen) verkauft. Dieser beabsichtigt, dort ein Kolumbarium einzurichten. Das vorgesehene Kolumbarium werde kein katholischer Friedhof sein, und die Einrichtung dieses Kolumbariums sei auch nicht durch das Bistum abgesegnet, betont Pfarrer Rolf-Peter Cremer. Die neue Begräbnisstätte sei eine rein weltliche Einrichtung.

Auf Antrag der Kamillianer hatte Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff nach Beratungen im Diözesanpriesterrat entschieden, dass das Kirchengebäude in Dahl profaniert wird. Wegen des fortgeschrittenen Alters der beiden in Mönchengladbach noch tätigen Kamillianer und des fehlenden Nachwuchses wird der Konvent die Niederlassung mittelfristig aufgeben. Das war den Kirchgängern am 23. Februar mitgeteilt worden.

Ab dem 1. Januar 2015 soll die Grabeskirche St. Kamillus für Beerdigungen zur Verfügung stehen. Nach St. Elisabeth Untereicken und St. Matthias Günhoven und der im Umbau befindlichen Kirche St. Josef (Juppekerk) in Rheydt, soll an der Kamillianerstraße der vierte Begräbnisort dieser Art sein. Der Bedarf scheint ungebrochen hoch, die Menschen schätzen die Vorteile — keine Grabpflege, beim Besuch der Begräbnisstätte spielt das Wetter keine Rolle, und der Kirchenraum bietet einen würdigen Rahmen.

(RP)