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Mönchengladbach: Ärger im Neubaugebiet Dahlener Heide

Mönchengladbach : Ärger im Neubaugebiet Dahlener Heide

Mit Fußballspielen und Konzerten haben die Bewohner der Dahlener Heide in der Nähe des Nordparks kaum Probleme. Doch Lärm durch zusätzliche Veranstaltungen sind ein Ärgernis. Eine Autoschau brachte das Fass zum Überlaufen.

An Ruhe war am vergangenen Wochenende nicht zu denken. Samstag und Sonntag haben die Bewohner der Dahlener Heide in einer Geräuschkulisse von heulenden Motoren und quietschenden Reifen verbracht. "Ich habe gedacht, ich bin auf dem Nürburgring", sagt René Besancon. "Sonntagmorgen bin ich von dem Lärm geweckt worden." Der Vater einer zweijährigen Tochter, bei der an diesem Wochenende an Mittagsschlaf nicht zu denken war, hat sich wie viele andere junge Familien seinen Wohntraum im Neubaugebiet in der Nähe des Nordparks erfüllt. Dass im nahen Borussia-Park jedes zweite Wochenende Bundesliga-Spiele ausgetragen werden und im Hockeypark Konzerte stattfinden, wusste er vorher.

Dass aber die Belastung in dem als besonders "familienfreundlich" angepriesenem Wohngebiet so hoch ist, hätte er nicht gedacht. Seine Nachbarn auch nicht. Denn neben Fußballspielen und Konzerten finden noch viele andere Veranstaltungen auf dem Messegelände im Nordpark statt: Trödelmärkte, Zirkusvorstellungen, Stuntshows...

Und das heißt für die Bewohner, dass sie ständig Lärm ausgesetzt sind, zugeparkt werden, und an das Tempolimit von 30 Stundenkilometern halte sich auch kaum jemand. "Das liegt wohl auch daran, dass es bei uns eine Ampel zur Hauptstraße gibt, die nur kurz Grün zeigt. Da drücken viele auf die Tube, um noch rüber zu kommen", sagt Besancon. Auch Anwohner Oliver Gräfe kennt das Problem: "Die rasen hier manchmal mit 70 bis 80 Sachen durch. Und das, obwohl hier viele Kinder spielen."

Dazu komme noch, so sagt René Besancon, dass ein einziges Tempo-30-Schild, das auch noch halb zugewachsen sei, einfach nicht ausreicht. Zweites Problem: der Park-Such-Verkehr. "Wir sind hier oft komplett zugeparkt", sagt Thomas Didden, der ebenfalls in dem Neubaugebiet wohnt. Und: "Viele sind so dreist, die halten sich an nichts. Die stehen halb in unseren Einfahrten." Selbst bei Borussia-Spielen, wenn das Wohngebiet abgesperrt ist, sei das im vorderen Bereich so, sagt Oliver Gräfe. Viele Bewohner des Wohngebietes fühlen sich allein gelassen. "Uns wurde familienfreundliches Wohnen versprochen, und wir haben viel Geld dafür bezahlt. Da muss man bei der Planung der Veranstaltungen doch berücksichtigen, dass Familien in der Nähe leben. So viel Verantwortung muss sein", meint Besancon. Und: "Wir sagen ja nicht, dass gar nichts mehr auf dem Messegelände stattfinden darf."

Schlimm empfinden die jungen Familien auch, dass sie sich am vergangenen Wochenende gar nicht gegen die Lärmbelästigung wehren konnten. Ein Anruf beim Ordnungsamt verlief ins Leere, weil niemand da war. "Als wir die Polizei einschalten wollten, sagte man uns, man sei nicht zuständig, weil die Stadt die Veranstaltung auf dem Messegelände genehmigt habe", sagt Besancon.

Eine Nachfrage bei der Stadt und bei der PPG, Betreiberin des Messegeländes, ergab: Die Veranstaltung war als Autopräsentation, nicht als Motorsportveranstaltung angekündigt worden und somit nicht genehmigungspflichtig. Dass es laut werden würde, habe man nicht vorhersehen können. Der Vorfall werde aber sicher intern bei der PPG besprochen. Vorher habe es nie Beschwerden über Lärm gegeben, aber da gab es das Neubaugebiet auch noch nicht. "Wir nehmen die Beschwerden schon sehr ernst", sagt Georg Hillebrand von der PPG. Auch bei der Stadt denkt man jetzt darüber nach, dass Ordnungsamt und PPG sich noch einmal enger abstimmen, und möglicherweise bei mehr Veranstaltungen das Wohngebiet für Fremdparker absperren. Aber das Messegelände sei nun einmal ein Veranstaltungsgelände.

(RP)