Mönchengladbach: Abteiberg-Hotel: Gladbacher bewerben sich

Mönchengladbach : Abteiberg-Hotel: Gladbacher bewerben sich

Peter Jost vom Hotel Elisenhof und Ben Lambers, langjähriger Dorint-Chef, wollen zusammen mit dem Investor Hochtief ein neues Hotel neben dem Haus Erholung bauen. Aber es gibt noch mehr Bewerber für das Filet-Grundstück.

In den Wettbewerb für ein Hotel am Abteiberg sind jetzt auch zwei Mönchengladbacher eingestiegen: Peter Jost, Geschäftsführer des vielfach ausgezeichneten Tagungshotels Elisenhof, und Ben Lambers, der bis vor kurzem bei Borussia an den Hotelplänen im Nordpark arbeitete und davor lange Jahre lang das Dorint in Gladbach leitete. Zusammen mit dem Investor Hochtief und einem Dortmunder Architekturbüro haben sie Pläne für die Bebauung auf dem Gelände, auf dem auch das alte Haus Zoar steht, bei der städtischen Entwicklungsgesellschaft EWMG eingereicht.

Doch sie sind nicht die Einzigen. Es soll noch zwei weitere Interessenten für das herausragende Filet-Grundstück geben, das Stadt und Politik nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen herausgeben wollen. Schließlich hat auch Stararchitekt Sir Nicholas Grimshaw dem Abteiberg im Masterplan eine herausragende Stellung einräumt

Jost und Lambers glauben die Vorstellungen zu kennen: "Wir verfolgen das Projekt Abteiberg ja schon seit längerer Zeit", sagt Ben Lambers. Beide Hotelexperten wissen, dass ein neues Gebäude vom Konzept her zum Kulturhügel mit dem Museum Abteiberg passen muss. Und ihnen ist auch bewusst, dass ein Neubau neben dem Haus Erholung eine architektonische Herausforderung ist, wie sie erklären. "In unserem Konzept und Plänen sind die drei Faktoren Kunst, Kultur und Übernachten zusammengefasst", sagt Jost. Das Haus Erholung soll mit in den Neubau eingebunden werden. Bei dem sogenannten Haus-in-Haus-Konzept soll der Check-in-Bereich ins alte Gebäude Erholung verlegt werden, in dem Kunstausstellungen geplant sind. Der Neubau soll architektonisch zu dem alten Haus passen.

"Geplant ist eine moderne Interpretation von Haus Erholung, die sich unter anderem durch die gleiche Farbe angleicht", sagt Lambers. Und im Jonas-Park soll ein Skulpturengarten als Verlängerung des schon bestehenden am Museum Abteiberg entstehen. Ja, sagt Jost, die Pläne seien schon ziemlich konkret. Die Bewerbungsmappe für die EWMG umfasst 50 Seiten. Aber gerade würden alle Fraktionen angeschrieben, weil die Bewerber die Politiker mit ins Boot holen wollen. "Änderungswünsche können jetzt noch mit eingebracht werden", sagt Ben Lambers und fügt gleich an: "Wer Gastgeber aus Leidenschaft ist, kann sich anpassen."

Investiert werden soll eine zweistellige Millionensumme. Genaue Zahlen könne man noch nicht sagen. Es gäbe noch einige Faktoren, die noch abgeklärt werden müssten. Zum Beispiel inwieweit sich eine Tiefgaragenvergrößerung verwirklichen lässt.

Auf die Frage, warum die beiden Mönchengladbacher Hotelexperten als Bewerber für das Abteiberg-Hotel-Projekt angetreten sind, sagt Lambers: "Warum sollen wir auf Investoren aus der Schweiz oder Usbekistan warten? Wir kennen den Markt und sind gut vernetzt." Jost sieht in dem Projekt eine große Herausforderung. Das Hotel Elisenhof, das sich vor rund fünf Jahren auf das Tagungsgeschäft spezialisierte, will er weiter leiten. Dort könne man Schulungen für 15 bis 20 Personen anbieten. "Im neuen Hotel sind wir in der Lage, in Kombination mit dem Haus Erholung auch Events für 250 bis 300 Menschen zu veranstalten", sagt Jost, der zusammen mit Lambers auf 30 Jahre Hotelerfahrung zurückblicken kann. Feiern, tagen, bilden, essen, trinken, übernachten — am Abteiberg könnte man alles aus einer Hand anbieten. "Wobei wir nicht angetreten sind, um das Haus Erholung zu betreiben", sagt Lambers.

Beide sind sich sicher, dass Mönchengladbach durchaus noch zusätzliche Hotelbetten vertragen kann. So wie sich die Lage in Mönchengladbach entwickele, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Stadt ein neues Gästepotenzial gewinne.

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(RP/rl)
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