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Mönchengladbach: 92-Jähriger erschießt Ehefrau

Mönchengladbach : 92-Jähriger erschießt Ehefrau

In Windberg hat ein krebskranker Mann zuerst seine Frau (88) und dann sich erschossen. Eine Angehörige machte den grausigen Fund. Ähnliche Fälle gab es in jüngster Zeit in Bettrath und Rheindahlen.

Es war eine Angehörige, die am Gründonnerstag die grausige Entdeckung machte: In der Küche einer Wohnung in Windberg lagen die Bewohner tot in einer Blutlache. Der 92-jährige Mann und seine 88-jährige Frau wiesen beide Schussverletzungen auf.

Wie Polizeisprecher Jürgen Lützen gestern mitteilte, gehen die Ermittler davon aus, dass der Ehemann zunächst seine Frau tötete und anschließend die Tatwaffe, eine kleinkalibrige Pistole, gegen sich selbst richtete. Das haben auf jeden Fall die Auswertungen der Spuren und die Obduktionen der Toten ergeben.

Das Motiv der Tat dürfte die fortgeschrittene Krebserkrankung des 92-Jährigen gewesen sein. Möglicherweise wollte die Ehefrau mit ihrem Mann sterben. Doch da kein Abschiedsbrief gefunden wurde, "werden wir das möglicherweise nie mit Sicherheit herausfinden", sagt Lützen. Nach dem Leichenfund wurde eine Mordkommission eingerichtet.

Die Ermittlungen dauern an, denn um den Fall abzuschließen, muss zweifelsfrei ausgeschlossen werden können, dass Dritte an dem Tötungsdelikt beteiligt waren, sagt der zuständige Staatsanwalt Stefan Lingens. Er geht davon aus, dass die Eheleute relativ schnell nach der Tat gefunden wurden. Der Mann habe einen Waffenberechtigungsschein besessen, ob er die Erlaubnis für die Tatwaffe hatte, ist noch nicht geklärt.

Für die Polizei ist es das dritte Tötungsdelikt dieser Art seit fünf Monaten. Seit November wurden drei Paare tot in ihrer Wohnung gefunden. Anfang November erstach ein 41-jähriger Mann seine 45-jährige Lebensgefährtin in Bettrath. Anschließend tötete er sich selbst mit einem Medikamentencocktail. Das Motiv wurde nie eindeutig geklärt. Die Ermittler gehen von einer Beziehungstat aus. Es soll vorher zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen den Lebensgefährten gekommen sein.

Noch mehr Rätsel gab der Tod eines Rheindahlener Zahnarztes (61) und seiner 59-jährigen Frau auf. Die Eheleute wurden im Januar in ihrem Schlafzimmer gefunden. Nach den Ermittlungen der Polizei hat der Mediziner mit einem Revolver seine Frau und dann sich selbst erschossen. Anzeichen auf eine solche Tat hatte es im Vorfeld offensichtlich nie gegeben. Keinem im Verwandten- und Bekanntenkreis war etwas Ungewöhnliches aufgefallen, hatten Polizeibefragungen ergeben.

An dem Tag, an dem die Leichen gefunden wurden, wurde die Zahnarztpraxis zunächst wie gewohnt geöffnet. Da der 61-Jährige an diesem Morgen viele Patienten hatte, aber nicht erschien, verständigten Angestellte Angehörige.

(RP)