Mönchengladbach: 600 Pilger spenden Trost bei Nachtwallfahrt

Mönchengladbach: 600 Pilger spenden Trost bei Nachtwallfahrt

Es war bitterkalt, und es wehte eine ungemütliche Brise: Davon ließen sich am Samstagabend zahlreiche Schützenbrüder und -schwestern nicht abhalten. Sie pilgerten auf Einladung des Bezirksverbandes der Bruderschaften zum Marienheiligtum in Hehn.

Die Nachtwallfahrt dient der Besinnung und des Gedenkens. "In Gott ist Trost und Freude" hieß das Leitmotiv.

Seit 1983 pilgern die Bruderschaften in der Nacht zum Passionssonntag nach Hehn. Sie knüpfen damit an den Gebetsgang der Männer an, der in den 1930er Jahren stiller Protest gegen den Nationalsozialismus war. An der Pfarrkirche Speick, wo sich die Hauptpilgergruppe um Bezirkskönig Dirk Heynckes versammelt hatte, begrüßte Bezirksbundesmeister Horst Thoren die Anwesenden mit einem kleinen Geschenk: Jeder Pilger erhielt ein rotes Herz aus Schokolade, als Symbol für die Herzlichkeit, die in schweren Zeiten gebraucht wird.

"Die Herzlichkeit, die wir uns wünschen, wenn wir einmal traurig sind", sagte Thoren. "Lasst uns heute eng beieinander sein und mit der Nähe auch die Wärme spüren." Mit der Nachtwallfahrt wollen die Schützen den Gebeten eine Richtung geben. "Wir denken ganz besonders an die lieben Menschen, die in den vergangenen Monaten von uns gegangen sind", sagte Thoren. "Gott hilft in den Tagen der Trauer und gibt Mut. Auch Freunde und Weggefährten dienen als trostspendende Stützen."

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Von Speick aus machten sich die Schützen auf den Weg nach Hehn. Bezirkskönig Dirk Heynckes aus Holt trug das Friedenskreuz des Bezirksverbandes voran. Neben der Hauptpilgergruppe trafen zur Pilgermesse am späten Abend weitere Gruppen in Hehn ein, so dass an die 600 Schützenbrüder und -schwestern mit Johannes van der Vorst Gottesdienst feierten. Van der Vorst rief die Schützen auf, sich als Wegbegleiter in guten und in schlechten Tagen zu verstehen und Menschen in Not Freund und Stütze zu sein.

Horst Thoren erinnerte an den im Vorjahr verstorbenen Hehner Schützenbruder Klaus Cörstges und dessen Wirken für Pfarre und Bruderschaft. Er überreichte zur Erinnerung an Cörstges eine Votivgabe für die Marienkapelle. Nach dem Gottesdienst ging es zur Agape ins Jugendheim, wohin die St. Michaels Bruderschaft Hehn eingeladen hatten. Der Schlusssegen wurde danach an den Grotten erteilt.

Auch die frühere Oberbürgermeisterin Monika Bartsch, der Bundestagsabgeordnete Günter Krings und die Landtagsabgeordnete Jochen Klenner und Frank Boss nahmen teil.

(sikr)