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Mönchengladbach: 600 kranke Bäume am Bungtbach gefällt

Mönchengladbach : 600 kranke Bäume am Bungtbach gefällt

Weil ein aggressiver Pilz etliche Bäume in dem renaturierten Gebiet befallen hat, musste die Mags sie fällen.

Wer kürzlich im Volksgarten und am Bungtbach spazieren war, war erschrocken darüber, wie viele Bäume in dem Areal gefällt wurden. So zumindest erging es einem unserer Leser, der kürzlich mit seiner Frau dort spazieren war. "Als wir über das Gelände des Volksgartens gingen, hat meine Frau geheult in Anbetracht des Bildes, das sich uns bot", schreibt er. "Noch vor 20 Jahren war dort ein herrlicher Park, jetzt gleicht er eher einem Schlachtfeld." Tatsächlich hat der Stadtbetrieb Mags im Volksgarten und am Bungtbach in den vergangenen Wochen insgesamt rund 600 Bäume gefällt, wie die Sprecherin Anne Peters-Dresen unserer Redaktion mitteilte. Die Bäume seien allerdings aus Sicherheitsgründen gefällt worden, um dem sogenannten Eschentriebsterben entgegenzuwirken.

Bei dieser Krankheit handelt es sich um einen Pilzerreger, der zuerst das Laub angreift und die Triebe zerstört, letztlich aber zum Absterben des gesamten Baumes führt. "Die Pilzart zersetzt die Holzstruktur der Bäume auf aggressive Weise und schädigt damit auch sukzessive ihr Wurzelsystem, so dass die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann", erklärt Peters-Dresen. "Um eine Gefährdung von Spaziergängern sowie des Bus- und Autoverkehrs zu vermeiden, ist die Fällung dringend notwendig."

Dass viele Bäume im Volksgarten und am Bungtbach von dem Pilz befallen sind, haben Förster schon im vergangenen Jahr festgestellt. Im April 2016 fiel im Umweltausschuss dann der Entschluss, die Fällung der betroffenen Bäume durchzuführen. "Der Pilz gilt als hochgradig ansteckend", betont die Mags-Sprecherin. "Um die Infektion des gesamten Bestandes zu verhindern, wurden alle Eschen im vergangenen Jahr kontrolliert, die befallene Bäume markiert und nun eben gefällt."

Doch nicht nur Eschen waren betroffen. Auch einige Rotbuchen waren den Fachleuten entlang von Straßen und Wegen aufgefallen. Nach Baumkontrollen im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht wurden an insgesamt zehn Altbuchen starker Pilzbefall durch Riesenporling, Brandkruste und echten Zunderschwamm festgestellt. Deshalb sind auch diese nun gefällt worden.

"Ich verstehe, dass Bürger bei rund 600 gefällten Bäumen aufschrecken", sagt Peters-Dresen. "Es findet aber auch keiner unserer Förster schön, Bäume zu fällen. Doch wenn es aufgrund von Krankheiten oder der Sicherheit fahrlässig wäre, einen Baum stehen zu lassen, dann müssen wir den Schritt eben gehen." Sie betont, die Mags gehe bei dem Eschentriebsterben, das sich derzeit schnell verbreitet und von dem viele Kommunen betroffen sind, noch sehr sensibel vor, da ausschließlich erkrankte Bäume gefällt würden.

Geplant ist, die Fällungen durch Ersatzpflanzungen von Jungbäumen auszugleichen. Ebenso gilt es zu beobachten, ob die Stabilität des Bungtbachbettes, nachdem die Bäume gefällt wurden, gefährdet ist.

Doch nicht nur in dem Naturschutzgebiet ist der Grünbeschnitt ein Thema für Mönchengladbacher Bürger. Ellen Legall kritisiert in einem Schreiben an unsere Redaktion, dass die Hecke am städtischen Sportplatz in Odenkirchen "seit circa zwei Jahren immer wieder radikal abgemetzelt" werde. Früher, so die Leserin, sei die Hecke mit Wildrosen ein funktionierendes Kleinbiotop gewesen. "Doch jetzt, in Zeiten, da wir den Verlust von Gartenvögeln aufgrund des mangelnden Nahrungsangebots, wie auch den Rückgang der Bienen und Hummeln beklagen" werde die Hecke "vernichtet". Letzterem widerspricht Peters-Dresen vehement. Der Beschnitt gewährleiste im Gegenteil den Fortbestand der Hecke, sagt sie. "Die Kollegen begutachten jede Hecke vor dem Rückschnitt und gehen dabei verantwortungsvoll um. Es wird etwa nur geschnitten, wenn keine Vogelbrutzeit ist."

(beaw)