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Mönchengladbach: 500 Flüchtlinge sollen im Hauptquartier leben

Mönchengladbach : 500 Flüchtlinge sollen im Hauptquartier leben

In einen Teilbereich der Joint Headquarters (JHQ) sollen rund 500 Flüchtlinge einziehen. Derzeit wird in einer Machbarkeitsstudie untersucht, ob der Standort geeignet ist.

OB Norbert Bude teilte dies am Samstag beim SPD-Parteitag mit. Das JHQ wäre dann eine Zentralstelle für die Erstaufnahme von Asylsuchenden: Innerhalb von vier Wochen werden die Menschen auf andere Standorte in NRW verteilt. Die Kosten für die Einrichtung trägt komplett das Land.

Für die Stadt, so Bude, habe diese Regelung Vorteile: Sie müsste keine Flüchtlinge mehr aufnehmen und könnte ihre Unterkünfte schrittweise aufgeben. "Der Neubau der Asylbewerber-Unterkünfte in Eicken und Luisental wäre nicht mehr notwendig", sagte Bude der RP. Alleine dies entlaste den städtischen Haushalt um rund drei Millionen Euro. Auch die umstrittene Umwandlung eines städtischen Gebäudes an der Brucknerallee in ein Übergangswohnheim wäre damit vom Tisch.

Im vergangenen Jahr suchten 515 Menschen Zuflucht in Gladbach, in diesem Jahr könnte die Gesamtzahl größer sein. Die Stadt ist Anfang des Jahres davon ausgegangen, dass sie Quartiere für mehr als 600 Flüchtlinge benötigt. Wie alle Kommunen in Deutschland ist die Stadt verpflichtet, nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel Asylsuchende aufzunehmen und unterzubringen.

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Die Machbarkeitsstudie bezieht sich auf einen Bereich im JHQ mit 20 Gebäuden. Insgesamt gibt es im Hauptquartier mehr als 2000 leerstehende Häuser, nachdem die britische Rheinarmee abgezogen ist. Dies bedeutet: Bezogen auf das Gesamtareal würde eine Fläche von weniger als fünf Prozent für die Zentralstelle genutzt. "Alle anderen Projekte, die für das Hauptquartier angedacht sind, sind davon nicht betroffen. Ein Festival-Gelände ist damit weiter möglich", sagt Bude. Wie berichtet, verhandelt die Hockeypark GmbH mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben über die Anmietung eines Geländes, um hier Open-Air-Festivals zu veranstalten.

Bude rechnet damit, dass die Machbarkeitsstudie in den nächsten vier Wochen vorliegt. Mönchengladbach habe mehrere Mitbewerber, aber gute Chancen, den Zuschlag zu bekommen. Das Land hat das ehemalige Militärgelände ins Blickfeld genommen, weil hier bereits eine Infrastruktur vorhanden ist. Für die Stadt ist eine zügige Entscheidung wichtig: Das geplante, fast 1,7 Millionen Euro teure Übergangswohnheim in Eicken soll bereits im Spätherbst 2014 fertig sein.

(RP)