Mönchengladbach: 400 Kurden protestieren gegen den IS-Terror

Mönchengladbach : 400 Kurden protestieren gegen den IS-Terror

Auch wenn die Anzahl der Protestler bei weitem nicht das Ausmaß der Demonstration in Düsseldorf vergangene Woche erreichte, bei der rund 20.000 Menschen durch die Landeshauptstadt zogen, sorgten die Demonstranten am frühen Freitagabend für reichlich Aufmerksamkeit in der Mönchengladbacher Innenstadt.

Rund 250 Menschen versammelten sich zu Beginn der Veranstaltung auf dem Platz der Republik, jedoch erhöhte sich die Anzahl während des Marsches zum Kapuzinerplatz auf rund 400. Rohat Yildirim und Sait Gökduman von der kurdischen Gemeinde Mönchengladbach hatten zu der "Solidaritätsdemo" für die von der IS terrorisierten Kurden in der nordsyrischen Stadt Kobane aufgerufen.

Sait Gökduman wies auf die Dringlichkeit des Ereignisses hin: "Wir machen uns Sorgen und wollen die Bürger in Mönchengladbach auf die Zustände in Kobane aufmerksam machen und Solidarität zeigen." Indes lobte er die Zusammenarbeit mit der Polizei, die sich in der gesamten Organisation der Aktion sehr kooperativ gezeigt habe. Mit zahlreichen Beamten wurde die Demonstration begleitet. Zu der Anzahl der eingesetzten Polizisten erteilte die Polizei keine Auskunft.

Neben den zahlreichen kurdischen Nationalflaggen und Spruchbändern solidarisierten sich einige Demonstranten auch mit dem PKK-Führer Abdullah Öcalan, dessen Konterfei auf vereinzelten Fahnen zu erkennen war. Auch akustisch verschafften sich die Demonstranten durch Sprechchöre gegen Salafisten, die Terrorherrschaft der ISIS und den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan Gehör. Insgesamt kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen, die Demonstration verlief friedlich.

Nach dem rund 40-minütigen Marsch folgte eine Kundgebung der Politikerin Rohat Yildirim, die für die Partie "Die Linke" im Mönchengladbacher Stadtrat tätig ist. Sie kritisierte dabei die Haltung der Türkei im Bezug auf die Gefechte um Kobane und forderte die internationale Staatengemeinschaft auf, die universellen Werte Freiheit, Menschenrechte und Demokratie zu verteidigen.

Torben Schulz, Fraktionsvorsitzender der Linken appellierte anschließend an die Verantwortung der Bundesrepublik Deutschland und forderte sofortige Hilfe für die Kurden in Kobane. Zudem forderte er die Aufhebung des Verbotes der PKK.

Veranstalter Gökduman zeigte sich abschließend zufrieden über den Verlauf der Demonstration: "Alles ist friedlich verlaufen, außerdem haben sich während des Marsches viele Menschen, auch viele Deutsche beteiligt, was mich sehr gefreut hat. Ich denke, wir können von einem erfolgreichen Verlauf sprechen."

(seu)