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Mönchengladbach: 4,7 Millionen Euro mehr für Personal

Mönchengladbach : 4,7 Millionen Euro mehr für Personal

Tarifabschluss für kommunale Angestellte schlägt sich im Etat der Stadt nieder.

Geschlossene Kitas und Schwimmbäder, ein Tag ohne Busverkehr - die Auswirkungen des Arbeitnehmerstreiks im öffentlichen Dienst waren Anfang April auch in Mönchengladbach deutlich spürbar. Der folgende Tarifabschluss - 7,5 Prozent mehr gestaffelt bis zum Jahr 2020 - wirkt sich noch spürbarer im Haushalt der Stadt aus. 4,7 Millionen Euro muss der neue Kämmerer Michael Heck dafür insgesamt bereitstellen, wie eine Anfrage unserer Redaktion ergab.

Tarifbeschäftigte stellen die Mehrheit 2963 Mitarbeiter der Stadt: Laut aktuellem Stellenplan arbeiten 1870 als Angestellte nach Tarif, 1093 sind Beamte. Wobei einem Stadtsprecher zufolge zu dem für den Haushalt maßgeblichen Stichtag weniger Stellen tatsächlich besetzt waren, nämlich 1813 bei den Beschäftigten und 967 bei den Beamten. Der Tarifabschluss gilt nur für Erstere und bedeutet für das laufende Jahr einen Mehraufwand von 1,1 Millionen Euro, 2019 von 2,2 Millionen und 2020 einen Mehraufwand von 1,2 Millionen Euro. Hinzu kommt die Einmalzahlung in Höhe von 250 Euro für Mitarbeiter in niedrigen Gehaltsstufen, was dieses Jahr rund 220.000 Euro ausmacht.

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Doch wie wird das kompensiert? Schließlich befindet sich Mönchengladbach in der Haushaltssicherung und ist als "Nehmer-Kommune" beim Kommunal-Soli strengen Regeln unterworfen. Kämmerer Heck ist dennoch zuversichtlich, die Kosten der Tariferhöhung kompensieren zu können. Dies sei möglich, weil das laufende Haushaltsjahr ein Plus von etwa fünf Millionen Euro ausweist (ein Verdienst des gerade ausgeschiedenen Kämmerers Bernd Kuckels). Laut Heck ist nicht vorgesehen, Investitionen auf Eis zu legen oder zu verschieben, um in diesem Jahr den Mehraufwand beim Personal auszugleichen. Für die folgenden Jahre liegen dafür noch nicht die internen und externen Eckdaten zur Haushaltsplanaufstellung vor.

Es gibt aber auch einen positiven Aspekt: Da die Rathäuser mit der freien Wirtschaft um Fachkräfte konkurrieren, macht der Tarifabschluss den öffentlichen Sektor attraktiver - besonders bei Einstiegsgehältern und der Gehaltsentwicklung in den ersten Berufsjahren.

(dr)